2021 heißt es Aussteigen aus der Airbus-Produktion – und aus den Rückzahlungsverpflichtungen für die vom deutschen Staat gewährte Entwicklungskostenunterstützung.

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Berlin/Toulouse – Das Ende des Airbus-Großraumfliegers A380 könnte einem Medienbericht zufolge für die deutschen Steuerzahler ein mehrere hundert Millionen Euro teures Nachspiel haben.

Von einem Staatskredit über rund 942 Millionen Euro aus dem Jahr 2002 für die Entwicklung des A380 habe der europäische Flugzeugbauer mehr als 600 Millionen noch nicht zurückgezahlt, berichteten die Zeitungen der Funke Mediengruppe unter Berufung auf eine Antwort des Wirtschaftsministeriums auf eine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion am Montag.

Auslieferung und Rückzahlung

Die Rückzahlung sei an die A380-Auslieferungen gekoppelt. Für jedes Flugzeug, das einem Kunden übergeben werde, zahle Airbus eine festgelegte Summe zurück. Da Airbus bis zum Jahr 2021 nur noch 17 A380-Maschinen bauen und ausliefern will, könne es sein, dass die Steuerzahler auf einem Großteil der Darlehenssumme sitzen blieben.

"Die Bundesregierung wird die Auswirkungen des Produktionsstopps jetzt analysieren und dann mit dem Unternehmen erörtern, so dass derzeit keine Aussage über etwaige Rückforderungsansprüche getätigt werden kann", bekräftigte Wirtschaftsstaatssekretär Ulrich Nußbaum laut dem Bericht in seiner Antwort an die FDP.

Airbus hatte Mitte Februar beschlossen, das einstige Prestige-Projekt A380 mangels Nachfrage und aus Kostengründen 2021 einzustellen. Zuvor war der größte Kunde Emirates abgesprungen. Ob Airbus überhaupt noch etwas von dem Geld zurückzahlen muss, ist strittig. Der Flugzeugbauer hatte sich auf den Standpunkt gestellt, dass die Regierungen der Airbus-Länder über die Kredite das Risiko des Projekts mittragen.