Ausnahmsweise wird auf- statt abgeschoben: Italiens Innenminister Matteo Salvini.

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Rom – Die beiden Regierungsparteien in Italien haben ihren erbitterten Streit über ein milliardenschweres Bahnprojekt vorerst beigelegt. Kurz vor Ablauf einer wichtigen Vergabefrist an diesem Montag wurde die Entscheidung über die Hochgeschwindigkeits-Bahnstrecke (TAV) von Turin nach Lyon in Frankreich um sechs Monate verschoben.

Nun gebe es Zeit, über das Projekt mit Frankreich erneut zu diskutieren, teilte die Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium, Laura Castelli von der Fünf-Sterne-Bewegung (M5S), am Samstag mit. Die Fünf-Sterne-Bewegung ist gegen die TAV, der Koalitionspartner, die rechte Lega, dafür. Die Lega argumentiert, das Milliardenprojekt der Alpenquerung schaffe Wachstum und neue Arbeitsplätze. Die Fünf-Sterne-Bewegung wertet es als Verschwendung öffentlicher Gelder und als umweltschädlich.

Aufgeschoben

Bis Montag sollte die Regierung in Rom eine Entscheidung treffen, da dann Aufträge des italienisch-französischen Projektentwicklers Telt ausgeschrieben werden sollen. Schon am Freitag hatte Telt eine Verzögerung bei der Auftragsvergabe von "ein paar Tagen oder Wochen" ins Spiel gebracht.

Die geplante 270 Kilometer lange Bahntrasse zwischen Turin und Lyon mit einem rund 60 Kilometer langen Tunnel durch die Alpen ist seit Jahren geplant. Die Strecke soll die Zugfahrten zwischen wichtigen europäischen Städten wie Mailand, Venedig, Barcelona, Lissabon und Paris beschleunigen sowie mehr Güterverkehr auf die Schienen bringen. (APA, 9.3.2019)