Puigdemont will es wissen.

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Barcelona/Madrid – Der in Brüssel im Exil lebende katalanische Ex-Regionalpräsident Carles Puigdemont will seinen Kampf um ein von Spanien unabhängiges Katalonien vom Europäischen Parlament aus fortsetzen. Der 56-jährige Politiker und Ex-Journalist gehe bei der Europawahl am 26. Mai als Spitzenkandidat des separatistischen Bündnisses JuntsxCat (Gemeinsam für Katalonien) ins Rennen, hieß es am Sonntag in Barcelona.

Die Präsidialministerin und Sprecherin der katalanischen Regierung, Elsa Artadi, teilte die Kandidatur am Sonntag vor Journalisten in Barcelona mit. Mit Puigdemont als Spitzenkandidat werde die Unabhängigkeitsbewegung "eine freie Stimme haben", betonte Artadi. Europa müsse wissen, dass die Separatisten von Spanien "unterdrückt" würden.

Puigdemont selbst postete auf Twitter nach einer Versammlung des Parteirates seiner PDeCAT: "Es ist Zeit, einen neuen Schritt hin zur Internationalisierung des Rechts Kataloniens auf Selbstbestimmung zu machen: Direkt vom Herzen Europas in die ganze Welt."

Beim Treffen des Parteirates der PDeCAT wurde auch beschlossen, dass man sowohl bei der spanischen Parlaments-Neuwahl am 28. April als auch bei der Europawahl und den katalanischen Kommunalwahlen vom 26. Mai erneut zusammen mit parteilosen Unabhängigkeitsbefürwortern als JuntsXCat antreten wird.

Drei Angeklagte als Kandidaten bei Spanien-Wahl

Bei der vorgezogenen Parlamentswahl im April werden nach der Entscheidung des Parteirates auch drei Politiker antreten, die im Prozess gegen zwölf Separatistenführer im Obersten Gericht in Madrid auf der Anklagebank sitzen. Es handelt sich um die Regionalabgeordneten Jordi Sánchez und Jordi Turull und um den Ex-Minister Josep Rull, die seit Herbst 2017 im Zuge eines illegalen Unabhängigkeitsreferendums in Untersuchungshaft sitzen.

Der Gruppe um den früheren Vize-Regionalpräsidenten Oriol Junqueras wird unter anderem Rebellion, Aufruhr und Veruntreuung zur Last gelegt. Den Angeklagten drohen Haftstrafen von bis zu 25 Jahren. Puigdemont ist vom Verfahren nicht betroffen.

Junqueras war am Donnerstag laut seiner linksnationalistischen Partei Esquerra Republicana de Catalunya (Republikanische Linke/ERC) von der Freien Europäischen Allianz (EFA) zu ihrem Spitzenkandidaten für die Europawahl gekürt worden. Junqueras, der von 2009 bis 2012 in EU-Parlament saß, kündigte an, die Freiheit und Vielfalt sowie die Rechte der Minderheiten und der Regionen in Europa zu verteidigen.

Die ERC ist eine von 45 Mitgliedern der Freien Europäische Allianz, der dutzende Regionalparteien wie die Bayernpartei, die Schottische Nationalpartei (SNP) oder die flämischen Nationalisten (NVA) angehören. Im Europaparlament bildet die EFA eine Fraktionsallianz mit den Grünen. (APA, 10.3.2019)