Der NGO Gaia zufolge werden auf den Philippinen viel zu wenig recyclebare Materialien verwendet.

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Manila – Während in Europa die Verwendung von Kunststoffsackerln allmählich zurückgeht – nicht zuletzt wegen zahlreicher Informationskampagnen zur Auswirkung von Plastik auf die Umwelt –, hat der ferne Osten auf diesem Gebiet noch viel aufzuholen, wie die erschreckenden Resultate einer Untersuchung zu Plastikmüll auf den nun Philippinen zeigt.

Dem vor wenigen Tagen veröffentlichten Bericht der NGO Gaia zufolge werden in dem Land täglich fast 48 Millionen Einkaufssackerln aus Plastik benutzt, im Jahr mehr als 17 Milliarden. Dazu kommen jährlich etwa 16,5 Milliarden kleinere und dünnere, häufig durchsichtige Plastiksackerln.

Milliarden Plastikpäckchen

Mehr als die Hälfte der untersuchten Materialien stammten aus nicht recyclebaren Plastikpäckchen, die auf den Philippinen häufig als Verpackung für Kaffee oder Shampoo in geringen Mengen dienen. Der Pro-Kopf-Verbrauch liegt bei ungefähr einem solchen Päckchen pro Tag, wie der Chef des Gaia-Asien-Pazifik-Büros, Froilan Grate, mitteilte. Städte kämen aufs Jahr gerechnet je nach Größe auf "schockierende" Millionen und Milliarden solcher Portionspäckchen.

Der Bericht ergab auch, dass bei entschiedener Durchsetzung örtlicher Verbote von Plastiksackerln drastisch weniger Plastikmüll anfällt. Die NGO fordert von der Regierung in Manila strengere Bestimmungen und ein Umdenken auch bei den Unternehmen und Herstellern. Für die Studie untersuchte die NGO das Müllaufkommen von 21 Anlagen in sechs Städten und sieben Gemeinden und rechnete das Ergebnis auf das gesamte Land hoch. (red/APA, 11.3.2019)