Ein Archivfoto von Nasrin Sotoudeh aus dem Jahr 2008. Die Anwältin hatte unter anderem Frauen unterstützt, die gegen die Kopftuchpflicht verstoßen hatten.

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Teheran – Die iranische Menschenrechtlerin und Sacharow-Preisträgerin Nasrin Sotoudeh ist in Teheran zu mehreren Jahren Haft verurteilt worden. "Sotoudeh wurde vom Revolutionsgericht wegen staatsfeindlicher Propaganda zu fünf und Beleidigung des obersten Führers (Ali Khamenei) zu zwei Jahren Haft verurteilt", sagte der Richter Mohammad Moghiseh am Montag der Nachrichtenagentur ISNA. Ihr Ehemann Reza Khandan schrieb allerdings auf Facebook von 38 Jahren Haft.

Da Sotoudeh das Urteil nicht anerkannt habe, werde der Fall automatisch an ein Berufungsgericht weitergeleitet, so der Richter, der von Menschenrechtlern für die Verurteilung, Folter und Hinrichtung zahlreicher politisch Verfolgter verantwortlich gemacht wird.

Auch Spionagevorwürfe

Die 55-Jährige Sotoudeh sitzt seit ihrer Verhaftung im vergangenen Juni im berüchtigten Evin-Gefängnis in der Hauptstadt Teheran. Neben staatsfeindlicher Propaganda und Beleidigung des Führers wurde ihr auch Spionage unterstellt.

Sotoudeh hat alle Vorwürfe kategorisch zurückgewiesen. Sie hatte es ebenfalls abgelehnt, eine Kaution von umgerechnet 125.000 Euro bis zu ihrem Gerichtstermin zu hinterlegen. Zudem protestiert sie mit einem Hungerstreik gegen das Urteil und ihre Behandlung im Gefängnis.

Gegen Kopftuchpflicht

Sotoudeh und ihr Mann Reza Khandan gehören zu den renommiertesten Menschenrechtsaktivisten im Iran. Sotoudeh arbeitete hauptsächlich als Anwältin für Dissidenten. In den vergangenen Monaten hat sie zudem die Verteidigung zweier junger Frauen übernommen, die gegen die Kopftuchpflicht protestiert hatten und in Haft gekommen waren.

Die Sacharow-Preisträgerin war bereits 2010 wegen angeblicher Propaganda gegen das von islamischen Geistlichen beherrschte Establishment zu elf Jahren Haft verurteilt worden. Nach der Wahl Hassan Rohanis zum Präsidenten wurde die Regimekritikerin im September 2013 vorzeitig aus der Haft entlassen. (APA, red, 11.3.2019)