Bis zum Google-Hauptquartier hatte es L. nicht geschafft, er wurde in der Nähe von Mountain View am Highway 101 angehalten.

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Rund 5.300 Kilometer per Auto hatte Kyle L. auf sich genommen, um mit dem Auto quer durch die USA zu Googles Hauptquartier in Mountain View zu fahren. Der Vorwurf: Das Unternehmen habe seinen Youtube-Kanal gelöscht und ihn um Einnahmen gebracht. Im Gepäck hatte er drei Baseballschläger, die er als Argumentationshilfe zu gebrauchen erwog. Aufgrund von Zwischenfällen auf dem Weg war die Polizei aber vorgewarnt und nahm ihn in Kalifornien fest.

Nun hat die Angelegenheit eine einigermaßen überraschende Wende genommen. Laut einem Bericht von Buzzfeed hat Google mit der Löschung seiner Youtube-Präsenz gar nichts zu tun. Denn seine Frau hat den Kanal entfernt.

Aus Sorge gelöscht

Sie habe aus Sorge gehandelt, erklärt Samantha L. gegenüber dem Medium. Denn er hatte dort nur ein Video hochgeladen, das aus einem Rant nebst "bizarrer" Anleitung zum schnellen Reichwerden bestanden habe. Da sie nicht wollte, dass er vor seinen Kindern die Nerven verliert, schob sie die Schuld ihm gegenüber auf Youtube. Verärgert über die mutmaßliche Zensur durch den IT-Konzern begab Kyle L. sich schließlich auf seine Reise.

Laut seinem Vater leidet er bereits länger an psychischen Problemen. 2002 saß er betrunken am Steuer und verursachte einen Unfall, bei dem ein Freund von ihm ums Leben kam und ihm eine fünfjährige Haftstrafe bescherte. In weiterer Folge wurde bei ihm eine bipolare Störung, die sich durch Stimmungsschwankungen zwischen extremer Niedergeschlagenheit und Euphorie auszeichnet, diagnostiziert. Er sei überzeugt gewesen, mit seinem Video alle möglichen Probleme der Welt lösen werde. Dass gleich drei Baseballschläger in seinem Auto waren, habe auch damit zu tun, dass er Baseball spiele.

Im Gefängnis

L. befindet sich derzeit im Gefängnis im nahe gelegenen Santa Clara. Es wurde eine Kaution von 25.000 Dollar festgelegt, mit deren Hinterlegung er auf freien Fuß gesetzt werden kann, schreibt NBC. Aufgrund seiner Drohungen wird er sich vor Gericht verantworten müssen. (red, 13.03.2019)