Marko bei seiner täglichen Arbeit als Kellner.

Foto: REUTERS/ MARKO DJURICA

Belgrad – Nachmittags ist reger Andrang im Zentrum Zvuci Scra – eine Kombination aus Café und Werkstatt. Es ist der erste Ort dieser Art, in dem ausschließlich Menschen mit Behinderung arbeiten, in Serbiens Hauptstadt.

Der 29-Jährige Marko ist einer der Kellner und hat Downsyndrom. In seinem Job nimmt er Bestellungen auf und kümmert sich um das Einsammeln des Geschirrs. "Ich liebe es, die Gäste gewissenhaft zu bedienen", beschreibt er seine Tätigkeit gegenüber Reuters.

Verbesserungen in Serbien auf Druck der EU

Behindertenaktivistinnen und –aktivisten berichten, dass sich die Einstellung gegenüber Menschen mit Behinderung in den vergangenen Jahren deutlich verbessert habe. Das sei vor allem auch auf die Kritik der Europäischen Union an Serbiens schlechten staatlichen Unterstützungsleistungen für Behinderte im Jahr 2007 zurückzuführen. Der Balkanstaat hofft nach wie vor auf einen EU-Beitritt.

Es gebe allerdings weiterhin Diskriminierungen, sagen die Aktivisten. Das vor einem Monat eröffnete Zvuci Scra – übersetzt: "Der Klang des Herzens" – wurde gegründet, um dagegen anzugehen. "Wir versuchen seit 18 Jahren, das Potenzial von Menschen mit Behinderung zu zeigen und sie gesellschaftlich zu integrieren. Das Zentrum ist der Höhepunkt unserer bisherigen Bemühungen", sagt Goran Rojevic, Leiter des Projekts.

Kostenfreie Getränke gegen Diskriminierung

Das von der Regierung mit unterstützte Zentrum liegt in der Belgrader Innenstadt und beherbergt ein Kaffeehaus, sowie eine Werkstatt, in der Taschen, Tassen und Laternen hergestellt und verkauft werden. Die Getränke sind kostenlos, Spenden von Gästen sind aber durchaus erwünscht. Insgesamt 15 Personen, vom Teenager bis zu Mitte-40-Jährigen arbeiten hier bis zu acht Stunden täglich als Kellner, Barkeeper, Näher, Maler, Verkäufer und Musiker. (Reuters, jugi, 21.3.2019)