Finnland liegt im Good Country Index auf Platz eins.

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Was trägt ein Land zur Weiterentwicklung der Erde und der Menschheit bei? Dieser Frage geht der Good-Country-Index (GCI) nach und besetzt damit eine Nische. Denn die meisten Länder-Rankings schauen isoliert auf die Leistungen eines Staates: seien es politische, wirtschaftliche oder soziale. Der GCI überpüft den Einfluss eines Landes auf den gesamten Globus, gemessen an seiner Größe. Deswegen heißt es auf der Website auch: "In diesem Kontext ist das Gegenteil von 'gut', 'egoistisch', nicht 'schlecht'".

Skandinavien ganz vorne dabei

Der GCI misst die Teilnehmer-Länder in Kategorien wie Wissenschaft und Technik, Kultur, Klima und Gesundheit. Die Daten dafür werden von verschiedenen Organisationen wie der UNESCO oder Reporter ohne Grenzen gesammelt.

Finnland liegt im GCI auf Platz eins. Dafür sorgen unter anderem die guten Platzierungen in den Kategorien "Reichtum & Gleichberechtigung" (2.), "Weltordnung" (8.) und "Planet & Klima" (6.). Generell ist Skandinavien gut dabei: Schweden (3.) und Dänemark (5.) sind ebenfalls in den Top-Ten vertreten. Österreich landet im GCI auf dem 17. Rang.

Grund dafür sind die Top-Platzierungen in der Kategorie "Weltordnung" (2.) und "Wissenschaft" (6.). Dafür fällt das Land bei "Internationaler Frieden & Sicherheit" auf Rang 93 ab. Deutschland schafft es auf Platz vier der Gesamtliste, mit Spitzen-Leistungen in den Kategorien "Gesundheit" (1.) und "Weltordnung" (1.). Schlusslicht ist der Irak auf Platz 153. Das einzige nicht-europäische Land unter den Top-Ten ist Kanada auf Platz zehn.

Start einer Diskussion

Der GCI soll der Start einer globalen Diskussion sein, heißt es auf der Website. Er zeige den Ländern auf, wie egoistisch oder wie selbstlos sie in den verschiedenen Kategorien agieren. Gute Resultate sollen einen positiven Effekt auf "eigennützige" Länder haben und ihren Umgang dem Planeten und Mitstaaten nachhaltig beeinflussen. "Wir müssen uns endlich zusammenreißen und die Lösungen unserer Probleme globalisieren", sagte GCI-Chef Simon Anholt 2014 auf einem "TED-Talk". Der Good-Country-Index soll dabei helfen. (poll, 2.4.2019)