Protest gegen Khalifa Haftar in #tripolis, 8. März 2019

Foto: REUTERS/Ismail Zitouny

Tripolis – Der einflussreiche libysche General Khalifa Haftar erhöht den Druck auf die international anerkannte Regierung des Bürgerkriegslandes. Die ihm unterstellten Truppen teilten am Mittwoch mit, Haftar habe den Befehl gegeben, auf die Hauptstadt Tripolis vorzurücken. Die Operation verfolge das Ziel, den Westen Libyens von verbliebenen "Terrorgruppen zu säubern", hieß es.

Dazu verbreiteten Haftars Anhänger Bilder, die angebliche Truppenbewegungen zeigen. In dem nordafrikanischen Land herrscht seit dem Sturz von Langzeitherrscher Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 ein Bürgerkriegschaos. Haftar rückte in den vergangenen Monaten von Osten her vor und konnte große Gebiete unter Kontrolle bringen. Der General konkurriert mit der international anerkannten Regierung unter Premier Fayez al-Serraj. Deren Einfluss reicht kaum über Tripolis hinaus.

Haftar und Serraj hatten sich in Februar bei einem Treffen in Abu Dhabi zu Wahlen bekannt. Für Mitte April ist in der Stadt Ghadames eine dreitägige Nationalkonferenz geplant. UNO-Sondervermittler Ghassan Salame will dort nach Auswegen aus der jahrelangen Krise suchen. Libyen hat sich zu einem der wichtigsten Transitländer von Migranten auf dem Weg nach Europa entwickelt. (APA, dpa, 3.4.2019)