Weltweit protestieren Taxifahrer gegen Uber – auch in Österreich und Deutschland.

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Berlin – Der deutsche Bundesverband Taxi und Mietwagen fordert, dass Fahrdienste wie Uber und Co mit farbigen Kennzeichen leichter erkennbar sein sollen. Derzeit sähen die meisten Wagen der Fahrdienste wie Privatautos aus, sagte Thomas Grätz, Geschäftsführer des Verbands, am Montag in Berlin. Mit Farben lasse sich kontrollieren, ob sie die Rückkehrpflicht auch einhalten.

Im Gegensatz zu Taxis sind die Fahrdienstautos dazu verpflichtet, an einen Sammelort zurückzukehren, wenn sie keinen Folgeauftrag haben. Ob sie dagegen verstoßen, lässt sich laut Grätz derzeit kaum kontrollieren.

Er könne sich ein Modell wie in den Niederlanden vorstellen, wo jedes Auto, das gewerblich im Einsatz sei, ein hellblaues Kennzeichen habe. "Das wäre ein sehr gutes Instrument, um die Überwachung zu ermöglichen", sagte Grätz. Auch eine digitale Aufzeichnung des Wegstreckenverlaufs sei eine Möglichkeit.

Marktzugang soll erleichtert werden

Im Februar war ein Eckpunktepapier aus dem deutschen Verkehrsministerium öffentlich geworden, das unter anderem Fahrdienstanbietern wie Uber den Marktzugang erleichtern soll und auch eine Abschaffung der Rückkehrpflicht für die Taxikonkurrenten zur Folge haben könnte.

Die Taxibranche läuft seitdem Sturm gegen die Pläne. Nach ersten Demonstrationen im Februar soll es am 10. April in rund 30 deutschen Städten zu Protestaktionen kommen. Bei der größten Aktion in Berlin fahren Taxis um die Mittagszeit von drei Startpunkten aus im Schritttempo zum Brandenburger Tor, wo es eine Kundgebung geben soll. Laut Grätz kommt der Taxiverkehr dabei für einige Stunden um die Mittagszeit praktisch zum Erliegen. Auch die Telefonzentralen seien dann außer Betrieb. Einige Taxifahrer folgten dem Aufruf des Verbands allerdings erfahrungsgemäß nicht und führen trotzdem – gerade an stark vom Taxiverkehr abhängigen Standorten wie dem Flughafen Berlin Tegel. (APA, 8.4.2019)