Milizen aus Misrata sind nahe der Hauptstadt Tripolis aufmarschiert, um der Einheitsregierung gegen die Haftar-Truppen beizustehen.

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Tripolis – Die Kämpfe um die libysche Hauptstadt Tripolis haben inzwischen auch den einzig verbliebenen Flughafen der Stadt erreicht. Es habe Luftangriffe auf den Flughafen Mitiga gegeben, Reisende seien in Panik geraten, hieß es aus Sicherheitskreisen am Montag. Bilder in den sozialen Netzwerken zeigten Rauchsäulen über dem Rollfeld.

Um den Flughafen im Osten der Hauptstadt gab es bereits in der Vergangenheit immer wieder Kämpfe. Der internationale Flughafen von Tripolis wurde bei Kämpfen 2014 zerstört, so dass inzwischen alle Flüge über Mitiga abgewickelt werden müssen.

Die Truppen des mächtigen Generals Khalifa Haftar rücken seit Donnerstag auf die Hauptstadt Tripolis vor. Die dortige Regierung von Ministerpräsident Fayez al-Sarraj rief eine Gegenoffensive aus. Seit Beginn der Kämpfe sind mindestens 49 Menschen getötet worden. Den Vereinten Nationen zufolge wurden bereits 2800 Menschen vertrieben, weitere seien in dem Gebiet eingeschlossen.

Feuerpause gefordert

Angesichts der sich zuspitzenden Lage riefen sowohl die EU als auch die USA die verfeindeten Kriegsparteien zu einem Waffenstillstand auf. Jede weitere militärische Aktion müsse vermieden und Verhandlungen wieder aufgenommen werden, sagte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini vor einem europäischen Außenministertreffen in Luxemburg am Montag. Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn betonte, "wir müssen alles versuchen, den Militäreinsatz zu stoppen, damit es keinen Bürgerkrieg in Libyen gibt".

Auch die UN wiederholten am Montag ihren Aufruf zu einer Waffenruhe, um Zivilisten und Verletzte aus den Konfliktgebieten in Sicherheit bringen zu können. Die geforderte zweistündige Kampfpause am Sonntag war von den Parteien offenbar nicht beachtet worden. Die Vereinten Nationen versicherten nach einem Treffen von UN-Sondervermittler Ghassan Salame mit Ministerpräsident Sarraj, ihre Arbeit in Tripolis weiter fortsetzen zu wollen.

Konferenz kommende Woche

Trotz der Gefechte pochen die Vereinten Nationen auf die seit langem geplante nationale Konferenz vom 14. bis 16. April. Auf dem Treffen soll ein Plan vereinbart werden, der Wahlen in dem seit dem Sturz von Machthaber Muammar Gaddafi 2011 zerrissenen nordafrikanischen Land vorbereiten soll. (APA, Reuters, red, 8.4.2019)