Foto: MILAN Automotive/Gerrit Gloeckner

Wien – Es klang wie ein Bubentraum: Mit bis zu 400 km/h sollten Käuferinnen und Käufer des Milan Red über die Rennstrecken dieser Welt sausen. Mit exakt 1.325 PS. Erst im Juli des Vorjahres wurde der Superschlitten im niederösterreichischen Leobersdorf vorgestellt. Einen funktionstüchtigen Prototyp gab es bis zuletzt nicht. Dafür kam das Projekt ins Stottern.

Im Februar wurde bekannt, dass die Staatsanwaltschaft gegen Markus Fux, den Geschäftsführer von Milan Automotive und "Chefkonstrukteur" des Milan Red, ermittelte. Wegen des Verdachts des schweren Betrugs und der Veruntreuung. Der Ex-Rennfahrer sitzt derzeit in Haft. Angezeigt wurde er von dem niederösterreichischen Immobilieninvestor Christoph G, Fux hingegen bestritt die Vorwürfe, er habe sich bereichert. Jetzt ist die Milan Automotive pleite. Am Landesgericht Wiener Neustadt wurde laut AKV ein Konkursverfahren eröffnet. Die Passiva: 1.282.600 Euro

Betroffen sind laut AKV 24 Gläubiger. Eine Fortführung des Unternehmens sei nicht geplant. Zu den Insolvenzursachen hieß es vonseiten des Gläubigerschutzverbandes AKV, dass "aufgrund einer langen und letzten Endes negativen Suche nach zahlungswilligen Investoren" aufgrund fehlender Einnahmen beziehungsweise Zuschüsse von dritter Seite vor allem Gehalts- und Mietzinsrückstände angefallen seien. Mit 28. März wurde das Unternehmen vorerst geschlossen. Die Berichts- und Prüfungstagsatzung am Landesgericht Wiener Neustadt ist für 6. Juni geplant. (red, 16.4.2019)