Luigi Di Maio und Matteo Salvini (v.li.) können nicht mehr gut miteinander.

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Seit Wochen schon oszilliert die Beziehung der Koalitionspartner in Rom zwischen "belastet" und "zerrüttet". Und kaum ein politischer Beobachter in Italien hat Zweifel daran, dass auch diese Legislaturperiode frühzeitig enden wird – so wie Dutzende andere vor ihr.

Vor rund elf Monaten war Italiens neue Regierung aus populistischer Fünf-Sterne-Bewegung und rechtsnationaler Lega angetreten, um alles neu und besser zu machen. Dafür hatte sie von den Wählerinnen und Wählern, die in Scharen von den angestammten Parteien übergelaufen waren, den Auftrag erhalten.

Doch wirklich weitergebracht haben Luigi Di Maio (Fünf Sterne) und Matteo Salvini (Lega) bisher nur wenig. Zwar kann Innenminister Salvini in Umfragen von seiner rigiden Flüchtlingspolitik profitieren, doch das Land ist gerade deswegen international isoliert. Zudem hat die Regierung das Land innerhalb weniger Monate in eine Rezession gesteuert.

Schmiergelder angenommen?

Und nun hat die Lega auch einen Korruptionsskandal zu verkraften: Armando Siri, Staatssekretär im Infrastrukturministerium, soll Schmiergelder angenommen haben. Die im Gegensatz zur Lega in Umfragen schwächelnde Fünf-Sterne-Bewegung versucht nun, daraus für die EU-Wahl Kapital zu schlagen; bisher war es Salvini, der die von Komiker Beppe Grillo gegründete Protestpartei am Gängelband hatte.

Medienberichten zufolge soll es zwischen Di Maio und Savini zu wüstem Streit gekommen sein, manche wollen sogar wissen, dass die beiden nicht mehr miteinander reden. Gut möglich, so hört man im römischen Flurfunk, dass Salvini die Regierung nach der Europawahl platzen lässt. Dem Vernehmen nach schmiede Salvini gemeinsam mit dem vierfachen konservativen Alt-Premier Silvio Berlusconi schon Pläne für eine Regierungsallianz. (Gianluca Wallisch, 19.4.2019)