In Studien konnte ein Zusammenhang zwischen Demenz und dem Lebensstil gefunden werden. Darauf basieren nun auch die WHO-Leitlinien.

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Viel Bewegung und der Verzicht auf Zigaretten können laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Kampf gegen Demenz vorbeugend wirken. Die Organisation hat erstmals entsprechende Leitlinien veröffentlicht und dabei auch auf einen Zusammenhang von Übergewicht, Diabetes und Bluthochdruck mit Demenz hingewiesen.

Die WHO fordert die Staaten und Akteure im Gesundheitswesen daher auf, in diesen Bereichen mit Maßnahmen gegenzusteuern. "Ein körperlich aktiver Lebensstil ist verbunden mit der Gesundheit des Gehirns", heißt es unter anderem in den neuen Leitlinien. Große Studien hätten gezeigt, dass körperlich aktive Menschen seltener Krankheiten wie Demenz und Alzheimer bekommen. "Physische Aktivität scheint einen vorteilhaften Einfluss auf die Struktur des Gehirns zu haben." Außerdem sei ausreichend Bewegung auch gut gegen Bluthochdruck – und der sei ebenfalls ein Risikofaktor für eine Demenzerkrankung.

Die Gesundheitsorganisation hat ihre Präventionsempfehlungen zu diesen Krankheiten dabei in zwei Stufen eingeteilt. Ähnlich wie bei den Bereichen Rauchen und Bewegung wurde auch eine deutliche Empfehlung für eine gesunde und ausgewogene Ernährung ausgesprochen. Zudem erklärt die WHO, dass aus ihrer Sicht nicht für die Einnahme von Vitamin B und E sowie anderer Nahrungsergänzungsmittel als Demenz-Vorbeuge geworben werden soll.

Weitere Risikofaktoren

Darüber hinaus enthalten die Leitlinien eingeschränkte Empfehlungen. Dazu gehören unter anderem kognitives Training für ältere Erwachsene und Maßnahmen gegen Übergewicht in mittlerem Alter. Auch Maßnahmen gegen gefährlichen und gesundheitsschädigenden Alkoholkonsum wurden von der Weltgesundheitsorganisation so eingestuft.

Das größte Risiko zu erkranken birgt das Alter. Vor dem 65. Lebensjahr sind nur wenige betroffen, unter den 85- bis 89-Jährigen leidet nach Auskunft der Deutschen Alzheimer Gesellschaft jeder Vierte an Demenz. Aus Sicht der WHO hat aber auch die allgemeine Gesundheit und der Lebensstil einen Einfluss. Vorsorge sei daher eben auch mit öffentlichen Gesundheitsmaßnahmen möglich.

Nach Angaben der WHO wird sich die Zahl der Demenzkranken in den kommenden Jahren weltweit deutlich erhöhen. Bis 2030 rechnet die Organisation mit bis zu 82 Millionen, bis 2050 mit bis zu 152 Millionen Betroffenen. Derzeit seien rund 50 Millionen Menschen weltweit an Demenz erkrankt. (APA, 15.5.2019)