Boris Johnson greift nach der Macht.

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Manchester – Der Brexit-Befürworter und frühere britische Außenminister Boris Johnson will einem Medienbericht zufolge als Kandidat für die Nachfolge von Premierministerin Theresa May an der Spitze der Konservativen Partei antreten. "Natürlich mache ich das", sagte Johnson einem BBC-Bericht zufolge.

Johnson war im Juli aus Protest gegen Mays Vorgehen in den Brexit-Verhandlungen als Außenminister zurückgetreten. May selbst hat erklärt, sie wolle ihr Amt nach Annahme ihres Brexit-Vertrags durch das britische Parlament aufgeben. Doch mit diesem Vorhaben droht ihr auch im vierten Anlauf eine Niederlage. Ein einflussreiches Parteimitglied sagte am Donnerstag, May werde Anfang Juni einen Zeitplan für ihren Rückzug vorlegen.

Eng mit den Brexiteers

Johnson war schon im Vorfeld des Brexit-Referendums im Juni 2016 einer der härtesten Verfechter des Austritts aus der Europäischen Union (EU). Kurz nach der aus seiner Sicht erfolgreiche Brexit-Abstimmung – und nach dem Rücktritt von Premier David Cameron – hatte Johnson 2016 überraschend auf eine Kandidatur für den Posten verzichtet.

Bei den Konservativen steht er im Zentrum der EU-skeptischen European Research Group. Ein Großteil der Mitglieder dieser Gruppe will Mays Abkommen erneut die Unterstützung verweigern.

Wegen des Widerstands in den eigenen Reihen und der Aussicht auf eine neue Schlappe im Unterhaus wächst der Druck auf May, sich konkret zu ihren Rücktrittsplänen zu äußern. Sie selbst hat dafür noch kein Datum genannt. Im Dezember hatte May ein Misstrauensvotum überstanden. Ein weitere solche Abstimmung ist nach den Regeln der Partei erst nach einem Jahr wieder möglich.

Debatte am 3. Juni

Doch der dafür zuständige Ausschussvorsitzende Graham Brady sagte am Donnerstag nach einem Gespräch mit May, sie würden sich nach der zweiten Lesung des Brexit-Gesetzes zusammensetzen und sich auf einen Zeitplan für ihren Rückzugs einigen. Ab dem 3. Juni sollen die Abgeordneten über Mays Brexit-Gesetz debattieren.

Mays Konservative haben den Unmut der Briten über das Chaos rund um den EU-Ausstieg bei den Kommunalwahlen zu spüren bekommen. Vor der Europa-Wahl, an der Großbritannien nach der Verschiebung des ursprünglich für den 29. März geplanten Brexit teilnimmt, liegen die Tories zurück. (Reuters, 16.5.2019)