New York – Die Ähnlichkeit von Schauspieler Woody Harrelson zu einem Bierdieb hat der New Yorker Polizei einem Bericht zufolge bei ihren Ermittlungen geholfen. Wissenschafter der Universität Georgetown berichteten am Donnerstag, dass die Polizei bei der Identifizierung von Verbrechern mitunter auf Fotos Prominenter setze.

Woody Harrelson, Schauspieler mit diebischem Doppelgänger.
Foto: AP/Invision/Jordan Strauss

So auch im Jahr 2017 mit Harrelson: Weil die Aufnahmen einer Überwachungskamera zu schlecht gewesen seien, habe man ein Bild des Hollywoodstars in die Datenbank eingegeben – weil Harrelson dem Täter ähnlich sah. Ein Gesichtsabgleich mit früheren Straftätern habe so letztlich zu einer Festnahme geführt.

Fragwürdige Praktiken

"Bei strafrechtlichen Ermittlungen steht zu viel auf dem Spiel, um sich auf unzuverlässige – oder falsche – Eingaben zu verlassen", kritisieren die Experten in dem Bericht mit dem Titel "Garbage In, Garbage Out" (Müll rein, Müll raus). Darin geht es um fehlerhafte und fragwürdige Praktiken von Strafverfolgern beim Einsatz derartiger Software.

Da die Bilder der Überwachungskamera zu schlecht waren, suchte die New Yorker Polizei mit einem Bild des Schauspielers nach dem ihm ähnlich sehenden Dieb.
Foto: AP

Die Wissenschafter fordern unter anderem, den Fotoabgleich mit Prominenten zu stoppen. "Die Polizei kann nicht die biometrischen Daten einer Person durch eine andere ersetzen, auch wenn sie ihr noch so ähnlich sieht." Die Polizei gibt an, mit Hilfe der Software ausschließlich Hinweise zu sammeln. Man könne niemanden allein durch eine Gesichtserkennung anklagen. (APA, 17.5.2019)