Wegen des Handelskonfliktes zwischen den USA und China sowie enttäuschender Firmenbilanzen haben sich Anleger am Montag aus europäischen Aktien zurückgezogen. Dax und EuroStoxx50 verloren jeweils 1,6 Prozent auf 12.041,29 beziehungsweise 3369,78 Punkte und gaben damit ihre Kursgewinne der vergangenen Woche fast komplett wieder ab. Der US-Standardwerteindex Dow Jones büßte 0,3 Prozent ein.

Huawei-Streit

Kopfschmerzen bereitete Investoren der Streit über Huawei, nachdem die USA den chinesischen Netzwerkausrüster auf die Schwarze Liste gesetzt hatten. Die Chance auf eine schnelle Lösung des Zollkonflikts zwischen den beiden weltgrößten Wirtschaftsmächten sei gering, sagte Analyst David Madden vom Online-Broker CMC Markets.

Die Google-Mutter Alphabet stellte ihre Geschäftsbeziehungen zu Huawei teilweise ein. Die Regierung in Peking werde dem sicher nicht tatenlos zusehen, unterstrich Jasper Lawler, Chef-Analyst des Online-Brokers LCG. Alphabet-Titel verloren an der Wall Street zwei Prozent. Für Infineon ging es sogar 4,8 Prozent abwärts, obwohl der deutsche Chip-Hersteller betonte, dass die US-Exportbeschränkungen das Geschäft mit Huawei kaum beeinträchtigten. Der Index für die europäische Technologiebranche fiel um 2,8 Prozent.

Apple-Aktien

In den USA gaben die Titel von Apple 3,3 Prozent nach. Börsianern zufolge fürchteten Anleger, dass chinesische Kunden wegen des Huawei-Boykotts auf Produkte der Konkurrenz ausweichen. Die Papiere der europäischen Apple-Zulieferer Dialog Semiconductor und AMS brachen vier Prozent beziehungsweise 13,4 Prozent ein.

In den USA rückten zudem T-Mobile und Sprint ins Rampenlicht. Die US-Wettbewerbsaufsicht FCC will der geplanten Fusion der beiden Mobilfunker unter Auflagen grünes Licht geben. Sprint-Titel gewannen daraufhin knapp 28 Prozent und steuerten auf den größten Tagesgewinn der Firmengeschichte zu. T-Mobile markierten mit 80,93 Dollar ein Rekordhoch. Die Papiere des Mutterkonzerns Deutsche Telekom legten 0,5 Prozent zu. (Reuters, 20.5.2019)