In aller Munde: Im Ibiza-Video wurde Red Bull getrunken.

Foto Reuters / Cziborra

Wien – Das Ibiza-Video löste in der heimischen Politik ein regelrechtes Erdbeben aus. So viel ist sattsam bekannt. Der Inhalt des siebenstündigen Videos – im Großen und Ganzen wurde er durchgekaut. Auch ein nicht unwesentliches Detail am Rande kam zur Sprache: Der zurückgetretene FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache hat sich in dem Video aus dem Jahr 2017 zahlreiche Flügerl genehmigt – so heißt der Longdrink Wodka-Red Bull. Und das mit der Light-Variante des Energydrinks – auf Ibiza, einer schönen Mittelmeerinsel, wo es viele gute Weine gibt.

Nicht auszuschließen, dass Ibiza-Gate sich in seiner gesamten Dramatik auch dem Genuss der "Ferraris", wie die Getränkemischung unter Fans auch heißt, zuschreiben lässt. Mag die Causa Prima in der Politik vor allem negative Auswirkungen gehabt haben, einen Gewinner gibt es bei der Sache doch: den Getränkeriesen Red Bull.

Verhängnisvolle Mischung

Die ausführliche und Berichterstattung über den Konsum der verhängnisvollen Mischung bei dem Treffen mit der angeblichen russischen Investorin hatte für den Konzern einen zumindest siebenstelligen Werbewert. Alleine die oft wiederholten Nennungen in den österreichischen Printmedien innerhalb der ersten Woche nach dem Platzen des Skandals ergab einen Werbewert von 1,32 Millionen Euro. Das zeigt zumindest eine Analyse der Austria Presseagentur. Immerhin wird Red Bull als Getränk bei einem Essen mit Sushi, Seebarsch-Carpaccio, Thunfischtatar, Champagner und Wodka genannt.

Dabei sind bei diesen Berechnungen die audiovisuellen Erwähnungen oder gar die vielen Memes in den sozialen Netzen noch gar nicht berücksichtigt. Die innenpolitischen Turbulenzen rund um das Ibiza-Video sorgten ja bekanntlich bei den Internetnutzern für reichlich gute Unterhaltung. Gefeuert wurde aus allen Rohren.

Video, Zwitschereien und Co

Grafiken mit kreativen Bildunterschriften kursierten da ebenso wie zum jeweiligen Status der Affäre passende Twitterbotschaften. So schrieben manche zwischenzeitlich ihre Namen in Form von Kü/rz/eln. Andere kreierten Videos, die auch Ex-Politiker nicht verschonten. Dazu kamen einschlägige Reiseangebote für jene, die Ibiza auf neue Art erleben wollten. In der Flut fanden sich auch nachgebaute Inserate, auf denen Uniformen mit umgedichteten, aber unverkennbaren Politikernamen feilgeboten wurden. Doch nicht nur die Internet-Gemeinde ist kreativ. Zu haben sind mittlerweile auch T-Shirts mit der Aufschrift: "a bsoffene Gschicht". (rebu)