Donald Trump auf Charmeoffensive.

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Tokio/Washington – Die USA streben nach den Worten von Präsident Donald Trump keinen Führungswechsel im Iran an. "Wir streben keinen Führungswechsel an, wir streben an, dass es keine Atomwaffen gibt", sagte Trump am Montag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Japans Ministerpräsidenten Shinzo Abe in Tokio. Er fügte hinzu, dass er mit "einem Deal" mit Teheran rechne.

"Ich will dem Iran nicht schaden", so Trump. Sein Ziel sei es lediglich zu verhindern, dass der Iran in den Besitz von Atomwaffen gelange. Japan ist bereit, in dem Konflikt zu vermitteln. "Wir möchten alles tun, was wir können", sagte Abe. Die Spannungen müssten gedämpft werden. Japan unterhält ein verhältnismäßig gutes Verhältnis zu Teheran.

Vergangene Woche hatte Trump dem Iran noch mit Vernichtung gedroht. Die US-Regierung hatte in den vergangenen Wochen wiederholt vor einer akuten "Bedrohung" für ihre Truppen in der Region gewarnt.

Zuletzt Verschärfung

Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran hatten sich zuletzt deutlich verschärft. Unter Verweis auf die "Bedrohung" durch den Iran hatte die US-Regierung Anfang Mai einen Flugzeugträger und eine Bomberstaffel in die Golfregion verlegt. Zudem verschärfte sie die gegen den Iran verhängten Wirtschaftssanktionen. Zuletzt entsendeten die USA zusätzliche Soldaten in die Region.

Die USA waren vor einem Jahr aus dem internationalen Atomabkommen mit dem Iran ausgestiegen und hatten neue Sanktionen verhängt. Der Iran erklärte seinerseits am Jahrestag des Ausstiegs der USA aus dem Atomabkommen, bestimmte Bestimmungen des Deals nicht mehr einzuhalten.

Mit einer Politik des "maximalen Drucks" wollen die USA den Iran offiziell zu Verhandlungen über ein neues umfassenderes Abkommen zwingen. Es besteht aber die Sorge, dass es Falken wie Trumps Nationalem Sicherheitsberater John Bolton in Wahrheit um den Sturz der Regierung in Teheran geht. (APA, 27.5.2019)