Rom – Die Nachkommen des faschistischen Diktators Benito Mussolini haben den Sprung ins EU-Parlament verfehlt. "Duce"-Enkelin Alessandra Mussolini, die für die konservative Forza Italia angetreten war, schaffte die Wiederwahl als EU-Abgeordnete nicht. Auch ihr Neffe Caio Giulio Cesare Mussolini, der für die postfaschistische Partei "Fratelli d'Italia" am Wahlkampf teilgenommen hatte, scheiterte.

Die 56-Jährige Alessandra Mussolini, die zwischen 2004 und 2008 und erneut seit 2014 im EU-Parlament saß, hatte für die Forza Italia von Ex-Premier Silvio Berlusconi im Wahlkreis Süditalien (Abruzzen, Molise, Kampanien, Apulien, Basilikata, Kalabrien) kandidiert und 17.040 Vorzugsstimmen erhalten. Das reichte nicht für ihre Wiederwahl. Die Forza Italia erreichte bei der EU-Wahl nur sechs Mandate im EU-Parlament.

Mehr Vorzugsstimmen – insgesamt 21.561 -, aber auch nicht genug für einen Einzug ins EU-Parlament, erhielt der Mussolini-Urenkel Caio Giulio Cesare Mussolini. Der 51-Jährige ist der Enkel von Mussolinis erstem Sohn Vittorio. Er hatte ebenfalls im süditalienischen Wahlkreis kandidierte, aber auf der Liste der Rechtspartei "Fratelli d'Italia" (Brüder Italiens), die fünf Sitze im EU-Parlament eroberte.

"Familienname genügt nicht"

"Ich wusste, dass es eine schwierige Wahl werden würde, doch ich habe die Kandidatur angenommen, weil mich Berlusconi dazu aufgerufen hat. Man gewinnt und man verliert. Das ist das Schöne an der Politik. Ein Familienname genügt nicht, um die Wahl zu gewinnen", erklärte Alessandra Mussolini ihre Niederlage.

Wie bei der EU-Wahl kam es auch bei der zeitgleich abgehaltenen Gemeinderatswahl im Geburtsort des faschistischen Diktators zu einem Rechtsruck. In der 6.300-Einwohner-Stadt in der norditalienischen Region Emilia Romagna behauptete sich der Mitte-Rechts-Kandidat Roberto Canali, nachdem die Gemeinde zuletzt von einer Mitte-Links-Allianz geführt worden war. (APA, 28.5.2019)