Saakaschwili nach der Landung in Kiew-Boryspil.

Foto: REUTERS/Gleb Garanich

Kiew –Gut ein Jahr nach seinem Rauswurf aus der Ukraine ist der frühere georgische Präsident Michail Saakaschwili in die Ex-Sowjetrepublik zurückgekehrt. Er wolle mit den Ukrainern dafür kämpfen, dass das Land eine echte Supermacht auf dem europäischen Kontinent werde – nicht Deutschland, Frankreich oder Polen, sagte der 51-Jährige in einem Video. Er kam am Mittwoch auf dem Flughafen in Kiew an.

Hunderte Menschen begrüßten ihn. Viele riefen "Mischa, Mischa". Saakaschwili dankte dem neuen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj dafür, dass er die unter dem Vorgänger Petro Poroschenko eingebüßte ukrainische Staatsbürgerschaft nun wieder bekommen habe.

Selenskyj ist seit gut einer Woche im Amt. Er hatte in einem seiner ersten Dekrete Saakaschwili die ukrainische Staatsbürgerschaft zurückgegeben.

Saakaschwili hatte 2008 Georgien im Krieg gegen Russland geführt. Später fiel er in Ungnade. Seine Heimat sucht ihn per Haftbefehl, 2015 wurde ihm die georgische Staatsbürgerschaft entzogen. Unter Selenskyjs Vorgänger Petro Poroschenko war Saakaschwili zeitweilig Gouverneur von Odessa, trat dann aber zurück, ging in die Opposition und verlor die Staatsbürgerschaft. Er wurde 2018 nach einer illegalen Einreise von der Ukraine nach Polen abgeschoben.

Selenskyj auf Frontbesuch

Knapp eine Woche nach seinem Amtsantritt machte sich Selenskyj erstmals selbst ein Bild von der Lage an der Front in der Ostukraine. "Die Bedingungen für die Militärs, die die Ukraine verteidigen, müssen normal sein", sagte der 41-Jährige einer in Kiew veröffentlichten Mitteilung seines Präsidialamtes zufolge. Er hatte nach seiner Wahl mehrfach angekündigt, den Krieg im Donbass so schnell wie möglich beenden zu wollen.

Bei seinem Arbeitsbesuch in den Orten Schtschastja und Stanyzja Luhanska informierte sich Selenskyj bei den Soldaten über deren Lebensumstände. Anders als sein Vorgänger Petro Poroschenko verzichtete er dabei auf die Uniform des Oberbefehlshabers und beschränkte sich auf Schutzausrüstungen. (red, APA, AFP, 28.5.2019)