Seuxis Hernández Solarte freut sich.

Foto: AP/Fernando Vergara

Bogota – Nach einem wochenlangen juristischen Gezerre ist der frühere kolumbianische Guerillakommandant Seuxis Hernández Solarte alias "Jesús Santrich" aus der Haft entlassen worden. Der ehemalige Unterhändler der Rebellenorganisation FARC verließ am Donnerstag den Sitz der Staatsanwaltschaft, nachdem der Oberste Gerichtshof seine Festnahme aus formalen Gründen für unzulässig erklärt hatte.

Da Santrich Parlamentsabgeordneter ist, könne nur der Oberste Gerichtshof selbst gegen ihn ermitteln, hieß es zur Begründung. Santrich war bereits Mitte Mai aus der Haft entlassen worden, aber direkt am Gefängnistor erneut festgenommen worden.

Drogenschmuggelvorwurf

Er soll versucht haben, noch nach dem Abschluss des Friedensvertrags große Mengen Kokain in die Vereinigten Staaten zu schmuggeln. Das wäre ein Verstoß gegen die Regeln des Abkommens, mit dem FARC und Regierung 2016 den jahrzehntelangen Konflikt beigelegt hatten.

Das Gezerre um den Ex-Rebellen hat das südamerikanische Land in eine politische Krise gestürzt. Der konservative Präsident Iván Duque will das Regelwerk der Sonderjustiz zur Aufarbeitung der während des Bürgerkriegs verübten Verbrechen reformieren. Beobachter befürchteten allerdings, dass ein solcher Schritt den Friedensprozess mit den FARC gefährden könnte. (APA, dpa, 30.5.2019)