Eines der Vorzeigeprojekte des Cern: der Large Hadron Collider.

Foto: Pierre Albouy / REUTERS

Wie viele Institutionen und Firmen verwendet auch das Europäische Kernforschungszentrum (Cern) in der Schweiz viele Programme von Microsoft. Doch diesem Umstand wollen die Betreiber des Large Hadron Collider nun eine Ende bereiten.

Alternativen

Unter dem Name Malt (Microsoft Alternatives Project) kündigt die Forschungseinrichtung einen schrittweisen Abgang von Microsoft-Lösungen an. Stattdessen will man langfristig so weit wie möglich auf Open-Source-Software umsteigen. Ziel sei dabei nicht zuletzt, die Abhängigkeit von einem einzelnen Anbieter loszuwerden.

Zudem gibt es auch monetäre Gründe in Form steigender Lizenzkosten. Das liege nicht zuletzt daran, dass das Cern durch die große Community und die breite Zusammenarbeit mit anderen eine hohe Anzahl an Lizenzen benötigt. So arbeiten am Cern rund 3.500 fix angestellte Mitarbeiter sowie tausende Gastwissenschafter. Dazu kommt, dass Microsoft der Organisation im März den Status als akademische Einrichtung entzogen hat, was die Lizenzkosten um den Faktor 10 erhöhte.

Schritt für Schritt

Malt verstehe sich als mehrjähriges Projekt, wird in einem Blogeintrag betont. Entsprechend soll der Wechsel schrittweise erfolgen. Den Anfang soll dabei die Umstellung des Maildiensts auf eine Open-Source-Lösung machen, parallel dazu will man auch Skype mit einem freien Audio- und Videochat-Client ersetzen. In weiterer Folge sollen dann nach und nach andere Punkte in Form von Pilotprogrammen starten.

Informationen

Um über den Fortschritt der Open-Source-Migration laufend zu berichten, hat das Cern einen neuen Blog gestartet. Zudem können sich Interessierte über einen Newsletter auf dem Laufenden halten. Dabei betont man auch, dass man bereits einige Erfahrungen in diesem Umfeld hat, setzt man doch in vielen Bereichen schon jetzt freie Software ein. (apo, 13.6.2019)