Der IBM-Red Hat-Deal ist unter Dach und Fach.

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Der bisher größte IT-Deal des Jahres ist beschlossene Sache. Branchenriese IBM wird den Softwarehersteller Red Hat, vielen vor allem durch die gleichnamige Linux-Distribution bekannt, übernehmen. Als Kaufpreis wurden 190 Dollar je Aktie vereinbart, insgesamt wiegt der Deal etwa 34 Milliarden Dollar (derzeit rund 30,3 Milliarden Euro). Die Aufsichtsbehörden haben der Übernahme bereits zugestimmt.

IBM hofft vor allem auf Synergien zwischen Red Hats hybriden Cloud-Lösungen und seiner eigenen Serverinfrastruktur. Gemeinsam will man die Cloudangebote weiter entwickeln und technisch voranbringen. Gerichtet sind die Services vor allem an Unternehmen, IBM ist in 175 Märkten tätig. Beide Firmen betonen ein langfristiges Commitment für Open-Source-Lösungen. Quelloffenheit sei zum "De-Facto-Standard" in der IT-Technologie geworden, heißt es weiter.

Whitehurst behält Leitung inne

Jim Whitehurst, CEO von Red Hat, wechselt in das Management von IBM, bleibt aber weiter für sein Unternehmen zuständig, das der "Cloud and Cognitive Software"-Sparte von IBM unterstellt wird. Das Cloudgeschäft ist für IBM mittlerweile ein wichtiges Standbein geworden. Steuerte es 2013 noch vier Prozent zum Gesamtumsatz bei, sind es mittlerweile 25 Prozent. In der einjährigen Rechnungsperiode mit Ende des ersten Quartals meldete die Sparte einen Umsatz von 19 Milliarden Dollar. Red Hat schloss sein letztes Geschäftsjahr mit einem Umsatz von 3,4 Milliarden Dollar und somit einem Plus von 15 Prozent im Vorjahresvergleich ab.

Für IBM ist der Zukauf auch von strategischer Bedeutung im Hinblick auf den Gesamtmarkt. Dort hat man im Enterprise Cloud-Geschäft starke Partner und Konkurrenten – etwa Google, Microsoft und Amazon. (red, 09.07.2019)