Das Thirty Meter Telescope (TMT) soll unter anderem nahe Exoplaneten genauer in Augenschein nehmen.

Foto: AP/TMT

Honolulu – Um den Bau dieses Teleskops auf dem Vulkan Mauna Kea auf Hawaii wurde lange Jahre gestritten. Nachdem Gegner des Thirty Meter Telescope (TMT) Protest eingelegt hatten, weil das riesige Himmelsauge auf für die polynesischen Ureinwohner Hawaiis heiligem Grund errichtet werden sollte, kam es zunächst zu rechtlichen Streitereien. Der oberste Gerichtshof des US-Bundesstaats Hawaii hatte schließlich im Dezember 2015 die Baugenehmigung für das Riesenteleskop für ungültig erklärt.

Zwischenzeitlich waren deshalb auch andere Standorte in Erwägung gezogen worden, darunter die Kanareninsel La Palma und der Cerro Armazones in Chile. Nun aber ist der Disput offenbar entschieden, und zwar zugunsten des ursprünglich geplanten Standorts: Rund zehn Jahre später als geplant soll in der kommenden Woche mit dem Bau des Thirty Meter Telescope auf dem Kea auf Hawaii begonnen werden.

30-Meter-Spiegel soll Exoplaneten beobachten

"Wir haben einen zehn Jahre langen Weg hinter uns, um an diesen Punkt zu gelangen, und der Tag für den Beginn des Baus ist gekommen", teilte Hawaiis Gouverneur David Ige mit.

Mit dem Thirty Meter Telescope wollen Astronomen unter anderem das Licht der ersten Sterne und Galaxien des Universums einfangen und analysieren. Außerdem hoffen Astronomen mit diesem Instrument Exoplaneten naher Sterne genauer untersucht zu können.

Kern der Anlage soll ein Spiegel mit 30 Metern Durchmesser aus insgesamt 492 Einzelsegmenten sein. Erste Beobachtungen mit dem Teleskop sind für das Jahr 2027 vorgesehen. Auf dem Mauna Kea, der mehr als 4.000 Meter hoch und nicht aktiv ist, stehen bereits rund ein Dutzend andere Teleskope und Beobachtungsstationen. Die Kosten für das TMT, das nach seiner Errichtung das größte Teleskop der nördlichen Hemisphäre sein wird, könnten Expertenschätzungen zufolge in die Milliarden gehen. (red, 12.7.2019)