Zehnte Karriere-Pole für Valtteri Bottas.

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Knapp an der Pole vorbei: Lewis Hamilton.

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Silverstone – Valtteri Bottas hat seinem Teamkollegen vor dessen Heim-Grand-Prix in die Suppe gespuckt. Mit seiner Qualifying-Bestzeit am Samstag beendete der Finne nach vier Jahren die Pole-Serie von Lewis Hamilton in Silverstone. Nur sechs Tausendstelsekunden trennten die beiden Silberpfeile, an die Ferrari-Youngster Charles Leclerc am nächsten herankam (+ 0,079 Sek.).

Wolff: "Das kommt unerwartet"

"Es fühlt sich richtig gut an. Für solche Gefühle ist man Rennfahrer. Ich habe ein gute Runde hingekriegt", sagte Bottas nach seiner zehnten Karriere-Pole-Position. Warum Mercedes erneut beide Autos ganz vorne stehen hat, konnte Toto Wolff im ersten Moment nicht beantworten. "Das kommt unerwartet", sagte der Wiener gegenüber dem ORF. "Ferrari war eigentlich das schnellere Auto. Am Ende waren wir wieder schneller. Man muss das analysieren, ich verstehe es selbst nicht so genau."

Für Bottas hatte Wolff Sonderlob parat, für das Rennen sei ob der Ausgangssituation aber Spannung garantiert. "Der Lewis ist eine Klasse für sich, wie er den Reifen am Leben hält. Mal sehen, was morgen passiert", sagte Wolff. Sein Superstar hatte die siebente Pole Position bei seinem Heimrennen nur um sechs Tausendstel verpasst.

Mercedes hat bei dem traditionsreichen Grand Prix von 2013 bis 2017 fünfmal nacheinander gewonnen, ehe Sebastian Vettel die Serie im Vorjahr beendete. Gelingt Hamilton am Sonntag (15.10 Uhr/live ORF 1) noch der Sprung aufs oberste Treppchen, würde er zum alleinigen Silverstone-Rekordsieger. Er und der Franzose Alain Prost haben das Traditionsrennen je fünfmal gewonnen. "Valtteri hat einen super Job gemacht", sagte der fünffache Weltmeister am Samstag. "Ich war heute nicht gut genug. Aber das Rennen morgen ist lang, ich hoffe, dass ich meine Fans stolz machen kann. Es ist das beste Rennen mit den besten Fans."

Leclerc: "Sie waren sehr schnell"

Vor dem zehnten von 21 Saisonläufen führt Hamilton die Gesamtwertung mit 197 Punkten deutlich vor Bottas (166) an. Dritter ist Spielberg-Sieger Max Verstappen (126) im Red Bull. Der Niederländer startet aus der zweiten Startreihe neben Leclerc. Jener wollte das Maximum aus seinem Ferrari herausgeholt haben. "Der dritte Platz ist nicht schlecht und offensichtlich das Beste, was wir erreichen konnten." Nach seiner Bestzeit in der zweiten Qualifying-Phase inspizierte der 21-jährige Monegasse nach Rang drei ein wenig ungläubig den Mercedes. "Sie waren sehr schnell, vor allem in den Kurven." Ob er Teile gefunden habe, die auch sein Ferrari gebrauchen könnte? Leclerc: "Ich habe mir nur den Zustand der Reifen angeschaut."

Sein Teamkollege Sebastian Vettel stand als Sechster erneut als großer Verlierer da. "Ich verliere im Moment überall ein bisschen. Ich war nicht in der Lage, mich zu steigern, was normalerweise von alleine kommt." Anders als die Mercedes gehen beide Ferrari mit den Soft-Reifen ins Rennen. Vettel: "Wir sind als Team der Meinung, dass es die bessere Wahl ist. Es wird auch für morgen keinen großen Unterschied ausmachen." (APA, 13.7.2019)

Endstand des Qualifyings für den Formel-1-Grand-Prix von Großbritannien (Sonntag, Start: 15.10 Uhr/live ORF 1, RTL und Sky) in Silverstone:

1. Valtteri Bottas (FIN) Mercedes 1:25,093 Min.
2. Lewis Hamilton (GBR) Mercedes +0,006 Sek.
3. Charles Leclerc (MON) Ferrari 0,079
4. Max Verstappen (NED) Red Bull 0,183
5. Pierre Gasly (FRA) Red Bull 0,497
6. Sebastian Vettel (GER) Ferrari 0,694
7. Daniel Ricciardo (AUS) Renault 1,089
8. Lando Norris (GBR) McLaren 1,131
9. Alexander Albon (THA) Toro Rosso 1,252
10. Nico Hülkenberg (GER) Renault 1,293 (in Q3)
11. Antonio Giovinazzi (ITA) Alfa Romeo 1:26,519
12. Kimi Räikkönen (FIN) Alfa Romeo 1:26,546 (in Q2)
13. Carlos Sainz Jr. (ESP) McLaren 1:26,578
14. Romain Grosjean (FRA) Haas 1:26,757
15. Sergio Perez (MEX) Racing Point 1:26,928
16. Kevin Magnussen (DEN) Haas 1:26,662 (in Q1)
17. Daniil Kwjat (RUS) Toro Rosso 1:26,721
18. Lance Stroll (CAN) Racing Point 1:26,762
19. George Russell (GBR) Williams 1:27,789
20. Robert Kubica (POL) Williams 1:28,25