Der britische Botschafter in den USA, Kim Darroch, trat wegen seiner Aussagen über Donald Trump zurück, nachdem vertrauliche Berichte an die Öffentlichkeit gekommen waren.

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London – Die "Mail on Sunday" hat am Sonntag erneut Details aus vertraulichen Depeschen des inzwischen zurückgetretenen britischen Botschafters in Washington veröffentlicht. Darin schrieb Kim Darroch, bei dem Ausstieg von US-Präsident Donald Trump aus dem Atomabkommen mit dem Iran handle es sich um einen Akt von "diplomatischem Vandalismus".

Der US-Präsident soll demnach den Atomdeal vor allem aus persönlichen Gründen aufgekündigt haben, um seinem Vorgänger Barack Obama eins auszuwischen.

Umstrittenes Abkommen

Mit dem Wiener Atomabkommen von 2015 sollte verhindert werden, dass der Iran Atomwaffen entwickelt. Im Gegenzug sollten Sanktionen und Handelsbarrieren des Westens fallen. Das Atomabkommen gilt als eines der wichtigsten, wenngleich auch als eines der umstrittensten internationalen Abkommen während der Präsidentschaft von Barack Obama.

Trump verkündete dann im Mai 2018 den Ausstieg der USA aus der Vereinbarung. Die US-Regierung verschärfte ihre Sanktionen, um die Führung in Teheran zum Abschluss eines neuen Abkommens mit schärferen Auflagen zu zwingen. Als Reaktion hält sich der Iran nicht mehr an alle Auflagen.

Ermittlungen wegen Diplomaten-Lecks

Die Veröffentlichung von Auszügen aus den vertraulichen E-Mails ist in Großbritannien heftig umstritten. Scotland Yard hat inzwischen Ermittlungen aufgenommen, um herauszufinden, wer die Schreiben des Botschafters an die Presse weitergegeben hat. Gleichzeitig sprach die Polizei eine Warnung aus: Weitere Veröffentlichungen aus den vertraulichen Dokumenten könnten eine Straftat darstellen.

Die beiden Kandidaten im Rennen um das Amt des konservativen Parteichefs und britischen Premierministers, Boris Johnson und Jeremy Hunt, warfen sich daraufhin für die Pressefreiheit in die Bresche. "Es kann nicht richtig sein, dass Zeitungen oder irgendwelche anderen Medienorganisationen, die solches Material veröffentlichen, Strafverfolgung ausgesetzt sind", sagte Johnson am Samstag.

Schlagabtausch zwischen London und Washington

Veröffentlichungen über Darrochs Botschafterdepeschen in der "Mail" hatten vergangene Woche einen diplomatischen Schlagabtausch zwischen Washington und London ausgelöst. Trump bezeichnete den Botschafter unter anderem als "dummen Kerl" und "aufgeblasenen Deppen" und kündigte die Zusammenarbeit auf, weil der die US-Regierung in seinen E-Mails als "unfähig" bezeichnet hatte. Darroch nahm daraufhin seinen Hut.

Ex-Außenminister Johnson kam zudem in die Kritik, weil er sich bei einer TV-Debatte nicht klar hinter den Botschafter gestellt hatte. Er musste inzwischen zugeben, dass seine Äußerungen eine Rolle beim Botschafterrücktritt gespielt haben, besteht aber darauf, er sei falsch zitiert worden. (APA, dpa, 14.7.2019)