Epstein wollte auf Kaution freikommen.

Foto: New York State Division of Criminal Justice Services/Handout via REUTERS

New York / Wien – Im Penthouse des mutmaßlichen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein in New York ist offenbar ein falscher österreichischer Pass gefunden worden, den der Milliardär in den 1980er-Jahren verwendet haben soll. Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg ist in dem Dokument ein Bild von Epstein zu finden, es wurde aber auf einen anderen Namen ausgestellt.

Angst vor Flugzeugentführungen

Epsteins Anwalt argumentierte, dass der Milliardär den Pass nur für den Fall hatte, bei einer Flugzeugentführung als Geisel genommen zu werden. Die Gefahr dafür sei in den 1980er-Jahren bei Flügen in den Nahen Osten hoch gewesen. Sein Mandant habe damit "keinesfalls die Behörden hintergehen" wollen.

Der Pass wurde in den 1980er-Jahren ausgestellt und ist inzwischen abgelaufen. Wer das Dokument ausgegeben hat, ist unklar. In dem Pass fanden sich Einreisestempel von Frankreich, Spanien, Großbritannien und Saudi-Arabien. Wie Epstein zu dem Pass gekommen ist, wollte er nicht sagen.

Fluchtrisiko

Am Donnerstag entschied ein Gericht, dass der US-Unternehmer vorerst nicht auf Kaution freikommt. Der 66-Jährige müsse bis zum Prozessbeginn im Gefängnis bleiben, entschied Richter Richard Berman in New York. Damit folgte er der Argumentation der Staatsanwaltschaft, die bei Epstein, der zahlreiche Anwesen weltweit und ein eigenes Flugzeug hat, ein hohes Fluchtrisiko sieht.

Epsteins Verteidigung hatte gefordert, den Unternehmer in seinem Anwesen in Manhattan unter Hausarrest zu stellen. Wann der Prozess beginnen könnte, war zunächst noch nicht klar. Die New Yorker Staatsanwaltschaft hatte in der vergangenen Woche neue Vorwürfe gegen Epstein erhoben. Sie beschuldigt ihn, zwischen 2002 und 2005 dutzende minderjährige Mädchen missbraucht zu haben. Epstein plädierte auf nicht schuldig. (APA, 18.7.2019)