Pizza statt Pommes: Bei den Caracalla-Thermen entsteht kein McDrive.

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Rom – Die Stadt Rom hat nach heftigen Protesten und auf Druck des italienischen Kulturministeriums die Expansionspläne von McDonald's in der Ewigen Stadt gestoppt. Der Fast-Food-Riese hatte die Eröffnung eines 10.000 Quadratmeter großen McDrive mit Parkplatz auf einem Gelände unweit der Caracalla-Thermen, den antiken Badeanlagen, geplant.

"Das Kulturministerium hat für die Widerrufung der Genehmigung zur Eröffnung des Lokals im archäologischen Areal der Caracalla-Thermen gesorgt", verkündigte der italienische Kulturminister, Alberto Bonisoli, am Mittwoch auf Facebook. "Roms Schätze müssen verteidigt werden", kommentierte die römische Bürgermeisterin Virginia Raggi. Sie arbeitete mit dem Kulturministerium zusammen, um die Pläne des Fast-Food-Riesen zu stoppen.

Bisher nur eine Gärtnerei

Das neue Lokal hätte Gästen einen atemberaubenden Ausblick auf das archäologische Gelände der Caracalla-Thermen bieten sollen. Geplant war der McDrive auf einem Areal, auf dem sich bisher eine Gärtnerei befand. Bürgermeisterin Raggi betonte, die Gemeinde sei über die Pläne von McDonald's nicht informiert worden.

McDonald's hegt in Rom noch weitere Pläne: So soll ein Lokal nahe dem Pantheon, im ehemaligen Sitz einer Bank, eröffnet werden. Die Beziehungen zwischen der Fast-Food-Kette und der Ewigen Stadt sind seit jeher schwierig. Bei der Eröffnung der ersten italienischen Filiale bei der Spanischen Treppe im Jahr 1986 war es zu vehementen Protesten gekommen, die jedoch die Expansion von McDonald's nicht gestoppt haben. Auch die Eröffnung einer nur 300 Meter vom Trevi-Brunnen entfernten, mit Terrasse ausgestatteten, zweistöckigen McDonald's-Filiale hatte 2007 für Aufregung gesorgt. Bars und Pizzerias fürchteten die Konkurrenz durch den amerikanischen Konzern. (APA, 31.7.2019)