Finale vom WM-Finale 2019 zwischen Kroatien und Frankreich, zu sehen auf BeoutQ.

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Zürich/Nyon – Mehrere große Fußballverbände haben dem Sender BeoutQ "Diebstahl" ihres geistigen Eigentums vorgeworfen. In einer gemeinsamen Erklärung verurteilten der Weltverband FIFA, die UEFA, Asiens Verband (AFC), die deutsche Bundesliga, die spanische La Liga, die englische Premier League und die italienische Serie A die illegalen Übertragungen von Fußballspielen des Senders "aufs Schärfste".

Als Rechteinhaber der Wettbewerbe schrieben sie am Mittwoch von "Piraterie" und forderten angesichts des Ausmaßes "die saudische Regierung auf, rasch und entschlossen gegen BeoutQ vorzugehen".

Krise zwischen Katar und Saudi-Arabien

Hintergrund der Debatte ist die Krise zwischen Katar und Saudi-Arabien. Die Übertragungsrechte für viele Sportereignisse liegen in der arabischen Welt beim Sender BeIn Sports mit Sitz in Katar. Der Sender besitzt in Saudi-Arabien allerdings keine Sendelizenz. Die dadurch entstehende Lücke füllt BeoutQ und zeigt unter anderem Spiele der europäischen Fußballligen oder auch Großereignisse wie die Fußball-WM im Vorjahr in Russland, ohne dafür die Rechte zu besitzen.

Immer wieder bestritt das Königreich, dass das Unternehmen seinen Sitz in Saudi-Arabien habe. Genau das sehen die Verbände und Ligen als Rechteinhaber als widerlegt an. Seit März 2018 habe man die Aktivitäten des Senders beobachtet. "Nach einer sorgfältigen Analyse (...) von BeoutQ durch Experten sind wir davon überzeugt, dass BeoutQ (...) die Einrichtungen mindestens eines Unternehmens in Saudi-Arabien nutzt", hieß es am Mittwoch weiter. (APA, 31.7.2019)