Blumen und Plüschtiere erinnern am Frankfurter Bahnhof an die tödliche Attacke auf einen Achtjährigen.

Foto: Reuters/Ralph Orlowski

Was man sehr bald nach der furchtbaren Tat vermuten konnte, wird nun zur Gewissheit: Der Mann aus Eritrea, der eine Frau und ihren achtjährigen Sohn vor einen Zug in Frankfurt gestoßen hat, wobei der Bub zu Tode kam, war psychisch schwer gestört. Er litt nach Aussagen eines Freundes unter Wahnvorstellungen und sollte in eine Klinik, ehe er vor seiner Verhaftung wegen gefährlicher Drohung in einem anderen Fall aus der Schweiz nach Deutschland floh.

Wie gesagt, das konnte man sehr bald wissen. Polizei und Staatsanwaltschaft in Zürich sprachen unmittelbar nach der Tat von "psychischen Problemen". Das interessiert die schäumende Rechte, von der deutschen AfD bis zur FPÖ, natürlich nicht, die sieht nur: Eritrea. Dunkelhäutig. Asylwerber. Ein Markus Gudenus, Bruder des Ibiza-Helden, Bezirksrat der FPÖ, war gleich für die Todesstrafe.

Vermutete Political Correctness

Aber auch ein Henryk M. Broder machte sich über vermutete Political Correctness lustig: "Wie ist der Mann aus der Schweiz nach Frankfurt gekommen? Klimaneutral mit einem Zug oder etwa mit dem Auto? Wie ist der Mann in die Schweiz gekommen? Mithilfe von Schleppern oder von Carola Rackete?"

Dass die dumpfe Rechte den Aspekt Geisteskrankheit ignoriert, ist erwartbar. Dass es auch "kritische Intellektuelle" tun, zeigt das Ausmaß der Verwahrlosung in dieser Debatte. (Hans Rauscher, 2.8.2019)