Donald Trump ist gegen die Einwanderung aus Lateinamerika und vor allem aus Mexiko – das hat er über die Jahre hinweg stets deutlich gemacht. Auch der rassistische Rechtsterrorist, der am Samstag mit einem Gewehr in El Paso einen Supermarkt stürmte und mindestens 22 Menschen ermordete, teilte diese Ansicht – das ist auch dem Pamphlet zu entnehmen, das er als "Manifest" deklariert ins Netz stellte. In diesem Schriftstück finden sich Argumentationslinien, die Trumps Wahlkampf entlehnt sind.

Dass Trump daher für die Tat mitverantwortlich ist, lässt sich dennoch so nicht sagen – man will ihm ja nicht unterstellen, dass er insgeheim Gewalt gutheißt. Oder jedenfalls würde man es ungern tun. Aber seine Reaktion auf das Massaker macht es nun zunehmend schwieriger, ihm auch weiterhin einen grundlegend guten Willen zu attestieren.

US-Präsident Donald Trumps forderte in seiner Stellungnahme die Todesstrafe für Hassverbrechen und Massenmord.
Foto: AP Photo/Evan Vucci

Zwar hat er pauschal gegenüber "Hass" in den USA seine Ablehnung ausgedrückt: Sein via Twitter vorgebrachter Vorschlag, Verschärfungen bei den Waffengesetzen mit härteren Einwanderungsregelungen zu junktimieren, muss jedoch für die Opfer wie Hohn klingen. Denn damit würde schließlich die Forderung des Terroristen erfüllt. Dieser hätte sein Ziel erreicht – und weitere Fanatiker könnten sich dann ebenfalls zur Tat ermuntert fühlen. Dass Trump, der wie kein anderer Niveau und Anstand in der Politik zerstört hat, nun außerdem den "Fake-News"-Medien vorwirft, "Hass und Ärger" zu schüren, passt in dieses zynische Bild. (Manuel Escher, 5.8.2019)