Rauchwolke über dem Munitionsdepot.

Foto: REUTERS/Dmitry Dub

Krasnojarsk – Bei einer Explosion in einem Munitionslager des russischen Militärs sind mindestens acht Menschen verletzt worden. Der Vorfall in dem Lager in der Region Krasnojarsk in Sibirien hatte am Montag einen Brand ausgelöst, bei dem Minen und Raketen explodierten. Nach den Angaben der Behörden sind unter den Verletzten Arbeiter und Anrainer, darunter ein Kind. Sie zogen sich Brandverletzungen zu.

Auf Video- und Fotoaufnahmen war zu sehen, wie sich ein riesige Rauchwolke über dem Munitionslager unweit Stadt Atschinsk bildete. Geschoßsplitter flogen hunderte Meter weit. Auch der Luftraum über dem Ort sei gesperrt worden. Mehr als 3.000 Bewohner wurden in einem Umkreis von 20 Kilometern in Sicherheit gebracht. Weitere Tausende Menschen sollten noch in sogenannte Sicherheitszonen gebracht werden. Für die Region gelte der Ausnahmezustand.

Die Explosion

Die Zahl der Opfer war zunächst unklar. Russische Medien berichteten von mindestens einem Toten. Das Verteidigungsministerium dementierte jedoch diese Angaben. Die Einsatzkräfte versuchten mit gepanzerten Löschfahrzeugen vor Ort die Lage unter Kontrolle zu bringen.

Atschinsk in der Region Krasnojarsk liegt rund 4.000 Kilometer von Moskau entfernt. Die Stadt mit rund 100.000 Einwohnern könne ebenfalls evakuiert werden, sagte der Bürgermeister. Der Gouverneur betonte jedoch im Staatsfernsehen, dass für die Bevölkerung keine Lebensgefahr bestehe.

Ferienlager geräumt

Nach Darstellung des Zivilschutzministeriums wurden bereits aus einem Ferienlager in dem nahe gelegenen Dorf Sokol 257 Kinder in Sicherheit gebracht. Gemeinsam mit 66 Erwachsenen seien sie an einem anderen Ort untergebracht worden.

Vize-Verteidigungsminister Dmitri Bulgakow kündigte an, in die betroffene Zone in der Region Krasnojarsk zu reisen. Das Feuer soll an zwei Stellen in dem Lager ausgebrochen sein. Dort seien rund 40.000 Artilleriegeschosse deponiert. Die Ursache für die Explosion war zunächst unklar. Bewohner veröffentlichten mit Mobiltelefonen gemachte Videoaufnahmen, auf denen auch weitere Explosionen zu hören waren.

In Russland kommt es wegen mangelnder Brandschutzvorkehrungen, aber auch wegen ungenügender Vorbereitung der Menschen auf Notfälle immer wieder zu schweren Großbränden mit hohen Opferzahlen. Im Juni waren bei einer Explosion in einem Munitionsbetrieb in der russischen Stadt Dserschinsk mindestens 85 Menschen verletzt worden. Die Behörden ermittelten wegen Verstoßes gegen die Sicherheitsvorschriften. (red, APA, dpa, 5.8.2019)