Joachim Herrmann hatte neu eingereisten Migranten in einem Zeitungsinterview ein erhöhtes Gewaltpotenzial unterstellt.

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Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) erntet mit seiner Aussage über ein angeblich erhöhtes Gewaltpotenzial von Migranten weitere Kritik. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Florian Post sagte der "Bild"-Zeitung (Dienstagsausgabe), Herrmanns Äußerungen seien "an Blödheit nur schwer zu überbieten".

"Natürlich müssen Missstände klar benannt werden, Realitätsverweigerung hilft niemandem", sagte der SPD-Migrationspolitiker. "Aber was Herrmann macht, ist nicht nur empirisch fragwürdig, er ordnet es nicht ein – und das macht es verantwortungslos und an Blödheit nur schwer zu überbieten."

Verallgemeinerungen

Der FDP-Innenpolitiker Konstantin Kuhle kritisierte Herrmanns Äußerungen ebenfalls. "Mit solchen Verallgemeinerungen ist der Sicherheit nicht geholfen", sagte Kuhle zu "Bild". Der FDP-Politiker betonte zugleich: "Aber wer sich in Deutschland strafbar macht, muss wissen: Auf den Flüchtlingsschutz kann er sich nicht mehr berufen."

Herrmann hatte neu eingereisten Migranten in einem Zeitungsinterview ein erhöhtes Gewaltpotenzial bescheinigt. "Jetzt kommen unübersehbar Menschen aus anderen Kulturkreisen zu uns, in deren Heimat die Gewaltlosigkeit, wie wir sie pflegen, noch nicht so selbstverständlich ist", sagte Herrmann der "Passauer Neuen Presse". "Man muss das ganz deutlich aussprechen: Da kommen Leute zu uns, die sehr viel schneller Konflikte mit Gewalt austragen." (APA, 6.8.2019)