Berittene Polizei ist in den USA nicht unüblich. In Österreich sorgte das Thema für eine Kontroverse.

Foto: Reuters/ADREES LATIF

Washington – Berittene Polizisten im US-Bundesstaat Texas haben einen schwarzen Verdächtigen am Strick abgeführt. Ein Foto der Szene sorgte unter anderem in sozialen Medien für Empörung. Das Vorgehen wurde als rassistisch und als makaberes Echo der Zeit der Sklaverei in den USA kritisiert.

"Unnötige Peinlichkeit"

Die Polizei im Ort Galveston erklärte auf Facebook zunächst, die beiden Beamten hätten sich beim Abführen des Verdächtigen nicht optimal verhalten und hätten auf ein Transportfahrzeug warten sollen. Die Polizei bitte den Verdächtigen wegen der "unnötigen Peinlichkeit" um Entschuldigung, erklärte Polizeichef Vernon Hale am Montag.

Die Beamten hätten keine böse Absicht gehabt, schrieb er weiter. Die Praxis, jemanden neben dem Pferd laufend am Strick abzuführen, sei vorerst nicht mehr erlaubt, so Hale. Der abgeführte 43-Jährige war von den Beamten laut Polizei am Samstag wegen Verdachts auf Hausfriedensbruch festgenommen worden. Die Polizisten legten ihm daraufhin Handschellen an, banden einen Strick daran und führten ihn ab. Acht Straßen weit.

Am Dienstag organisierte die Polizei in Galveston dann eine Bürgerversammlung. Man wolle der Bevölkerung die Möglichkeit geben, über den Vorfall zu sprechen, hieß es seitens der Behörde.

Die Versammlung wurde auf Facebook live gestreamt.

"Ich bin überzeugt, dass ein Weißer keinesfalls auf diese Art und Weise behandelt worden wäre", zitiert die BBC den örtlichen Aktivist Leon Philips in einem Bericht. Das sei ein dummer Fehler gewesen, so Philips weiter. Als Bewohner sei es schwierig über den Vorfall zu sprechen.

Die Menschenrechtsorganisation Black Lives Matter bezeichnete Stellungnahme der Polizei als "schwach" und kündigte Proteste vor der Polizeidienststelle an. Auch der Präsidentschaftskandidat Beto O'Rourke von den Demokraten meldete sich kritisch zu Wort: "Jemand muss zur Verantwortung gezogen werden, es braucht Gerechtigkeit und Ehrlichkeit", so O'Rourke in einem Tweet: "Denn wir müssen es beim Namen nennen: Rassismus bei der Arbeit." (red, APA, 7.8.2019)