Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan drohte immer wieder mit einer Militärintervention im Norden Syriens. Die Pufferzone, auf die sich Ankara und die Washington am Mittwoch geeinigt hatten, lehnt Syrien nun ab.

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Damaskus – Syriens Regierung lehnt die zwischen der Türkei und den USA vereinbarte sogenannte Sicherheitszone im Norden des Bürgerkriegslandes entschieden ab. Die Einigung zwischen den beiden "Besatzungsmächten" stelle einen "eklatanten Verstoß" gegen die Souveränität und Einheit Syriens dar, hieß es aus dem Außenministerium in Damaskus, wie die staatliche Nachrichtenagentur Sana am Donnerstag meldete.

Syrien rief die internationale Gemeinschaft und die UN auf, diese "Aggression" zu verurteilen. Das türkische und amerikanische Militär hatten sich am Vortag auf einen "Sicherheitszone" im Norden Syriens geeinigt, jedoch keine Details genannt. Beide Seiten wollen nach eigenen Angaben zunächst ein "Operationszentrum" für die Einrichtung der Zone aufbauen.

Türkei droht mit Offensive

Ankara fordert seit Monaten eine solche Zone unter ihrer alleinigen Kontrolle und droht mit einer Offensive, sollte eine solche nicht errichtet werden. Das Gebiet an der Grenze zur Türkei wird von der syrischen Kurdenmiliz YPG kontrolliert. Die Kurden haben dort eine Selbstverwaltung errichtet. Syriens Regierung hat hier keinen Einfluss.

Die Türkei sieht in der YPG jedoch einen Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und bekämpft sie als Terrororganisation. Gleichzeitig ist die Miliz ein wichtiger Verbündeter der USA im Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS). Am Boden sind auch US-Soldaten im Einsatz.

Nach mehr als acht Jahren Bürgerkrieg ist das Land dreigeteilt. Regierungskräfte kontrollieren fast zwei Drittel Syriens, darunter die wichtigsten Städte. Der Norden und Nordosten wiederum wird von den Kurden beherrscht. Rebellen kontrollieren nur noch einige Gebiete im Nordwesten, darunter die Region um die Stadt Idlib. (APA, 8.8.2019)