Im örtlichen Polizeiprotokoll steht, dass er beim Verkauf von 400 Gramm Marihuana an einen getarnten örtlichen Polizisten aufflog, berichtet die "Krone". Jetzt sitzt er im Gefängnis.

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Manila – Ein Wiener, der nach einem größeren Erbe auf die Philippinen ausgewandert ist, befindet sich nun in seiner Wahlheimat wegen Marihuanahandels in Polizeihaft. Peter Guschelbauer, der Sprecher des Außenministeriums, bestätigte einen entsprechenden Bericht der "Kronen Zeitung" vom Donnerstag. Eine seiner vier Verlobten dürfte den 42-Jährigen verpfiffen haben.

Nachdem sich der Mann innerhalb von zwei Monaten offenbar mit vier Frauen verlobt hat, sei eine der Damen wohl eifersüchtig geworden. Laut "Krone" habe er in wenigen Wochen die Hälfte seines Erbes verprasst. "Er wird anwaltlich vertreten", sagte Guschelbauer. Die österreichische Botschaft sei mit ihm und den lokalen Behörden in Kontakt. Ob und wann der Fall vor Gericht kommt, sei bisher nicht bekannt.

Anti-Drogen-Krieg

Die Philippinen werden von Präsident Rodrigo Duterte regiert. Duterte ist mit dem Versprechen, den Drogenhandel zu bekämpfen, 2016 gewählt worden. Seit dem Beginn von Dutertes Amtszeit im Juni 2016 sind in dem Anti-Drogen-Krieg nach offiziellen Zahlen mehr als 6.600 Menschen von Sicherheitskräften getötet worden. Menschenrechtler vermuten, dass es rund viermal so viele Tote sind. International gibt es an dem harten Vorgehen der Behörden viel Kritik.

In seinem umstrittenen Kampf gegen den illegalen Drogenhandel auf den Philippinen dringt Duterte auf eine Wiedereinführung der Todesstrafe. Schon 2017 hatte er in einer Rede zur Lage der Nation die Abgeordneten aufgerufen, den Weg für die Wiedereinführung der Todesstrafe freizumachen. Das philippinische Repräsentantenhaus hatte damals einem entsprechenden Gesetz bereits zugestimmt, der Senat als obere Kammer aber nicht. (APA, 8.8.2019)