Verkörpert Leroy Jethro Gibbs: Mark Harmon.

Foto: REUTERS/Kevork Djansezian

Die Woche war gut. Bis jetzt. Der große Bügelkorb würde noch warten, hätte man mir nicht schon am Sonntag um 6.15 Uhr zwei Episoden gespielt. Dann nochmal acht am Mittwochabend. Die brachten dann aus zehn Kilo Marillen den Kuchen und die Marmelade. 15 Jahre Navy CIS. 17 Staffeln. 402 Episoden. Die wievielte Wiederholung war das? Ganz egal, ich liebe dieses propagandistische Märchen aus unhinterfragter Autorität, väterlicher Förderung des Teams, Promotion für die Berufsbilder Forensikerin und Pathologe plus ordentliche Welt, d. h.: Böse fallen, Gute siegen und das Vaterland zuerst. Semper fi.

Ich habe vergessen, wie viele Boote Leroy Jethro Gibbs, aus dem Irak-Krieg hochdekorierter Sniper mit Leatherneck, eben Ex-Marine und in zweiter Karriere Boss des Major Case Response Teams CIS, in seinem Keller gebaut hat. Er, einsamer und grauer Wolf, macht das (Whiskey aus einem Vorratsglas trinkend), seit seine Frau und Tochter erschossen wurden.

Gibbs ist der Inbegriff von Autorität und Leadership (ja, Uni-Professoren haben daraus tatsächlich Unterrichtsmaterialien zu Leadership-Lessons entwickelt, es gibt eine Menge Blogs dazu). Gibbs spricht wenig, genießt Ehrfurcht im Team – sämtlich originelle Persönlichkeiten -, und sogar seine Vorgesetzten gehen vor dieser Geradlinigkeit, Integrität und Klarheit in die Knie. "Packt euer Zeug" ("go now") – Gibbs befielt es, und alle rennen. Sofort. Jetzt heißt jetzt, wenn er es sagt. Ich mag sogar die deutsche Übersetzung. Ich bin ein verdammter Gibbs-Junkie. (Karin Bauer, 9.8.2019)