Dieses Gebäude im 16. Pariser Arrondissement soll Jeffrey Epstein gehören. Der 66-Jährige war Anfang Juli bei der Rückkehr von einer Frankreich-Reise in den USA festgenommen worden. Am Samstag wurde er tot in seiner Zelle aufgefunden.

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Am Samstag wurde er tot in seiner Zelle aufgefunden. Die Behörden gehen von Suizid aus.

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Staatssekretärin Marlène Schiappa und ihr Ministerkollege Adrien Taquet drängten am Montag die französische Justiz, Ermittlungen in der Affäre Epstein zu starten. "Es scheint uns wesentlich, dass eine Untersuchung eröffnet wird, um Licht in die Affäre zu bringen, erklärten die beiden Regierungsmitglieder in Paris. "Der Tod von Herr Epstein darf die Opfer nicht um die Gerechtigkeit bringen, auf die sie Anspruch haben.

Warum gerade Paris in der Epstein-Affäre aktiv werden soll, deutete Schiappa nur an: US-Ermittlungen hätten "Bezüge zu Frankreich" ans Tageslicht gebracht, meinte sie. Pariser Medien nennen auch Namen, etwa den des Modelagenten Jean-Luc Brunel. Er ist einer breiteren Öffentlichkeit wenig bekannt, spielte aber in der Modebranche seit Jahrzehnten eine wichtige Rolle und lancierte über seine selbst gegründeten Agenturen auch bekannte Topmodels wie Jerry Hall.

"Gefahr" für Models

Das australische Ex-Mannequin Zoë Brock hatte 2017 schriftlich behauptet, Brunel habe sie in den neunziger Jahren noch als Minderjährige unter Drogen gesetzt und versucht, mit ihr Sexualverkehr zu haben. Als enger Freund Epsteins – er besuchte ihn offenbar Dutzende Male im amerikanischen Gefängnis – habe er diesem mehrere Mädchen im Alter von zwölf bis 24 Jahren in die USA vermittelt.

Pariser Medien zitieren ferner aus dem Buch "Der schreckliche Handel mit schönen Frauen" des Journalisten Michael Gross. Darin gaben Vertreter der Modebranche schon 1995 zu Protokoll, die Brunel sei eine "Gefahr" für die Models, weil er "Drogen und stumme Vergewaltigung" möge.

Schweigen über Verhältnisse in der Pariser Modeszene

Epsteins Hauptanklägerin Virginia Roberts Giuffre hatte bei ihrer Einvernahme 2016 erklärt, Brunel scheine "über ein Arrangement mit der amerikanischen Regierung verfügt zu haben", um für die Mädchen Reisedokumente zu erhalten.

In Paris wird diese "French Connection" fast schamvoll diskret behandelt. Nur wenige Modemagazine wie Marie Claire brechen nun nach eigenen Worten das frühere "Gesetz des Schweigens". Fast scheint es, als ginge den Beteiligten erst jetzt auf, welche Verhältnisse in der Pariser Modeszene zumindest noch vor zwanzig und dreißig Jahren geherrscht hatten.

Die französische Staatsanwaltschaft ließ am Montag verlauten, sie prüfe aufgrund der vorliegenden Elemente, ob sie eine Untersuchung einleiten werde. Brunel hatte die Vorwürfe schon beim ersten Epstein-Prozess 2015 "kategorisch" bestritten und erklärt, er habe "weder direkt noch indirekt an den Herrn Jeffrey Epstein zur Last gelegten Handlungen teilgenommen".

"Schwere Unregelmäßigkeiten" in der Haftanstalt

Währenddessen hat in den USA der amerikanische Justizminister William Barr "schwere Unregelmäßigkeiten" in der Haftanstalt, in der Epstein inhaftiert war, beklagt. Diese seien Grund für tiefe Besorgnis und verlangten eine gründliche Untersuchung, sagte Barr am Montag in New Orleans. Die Bundespolizei FBI und die interne Kontrollbehörde des Justizministeriums würden den Vorgang nun aufklären. Trotz Epsteins Tod wolle man den Fall in den USA gegen seine möglichen Komplizen zudem weiter verfolgen.