Mauricio Macri bei seiner Pressekonferenz am Montag. Mittlerweile hat er sich für den Auftritt entschuldigt: Er habe nach der Wahlniederlage eine schlaflose Nacht verbracht, so der Präsident.

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Buenos Aires – Nach seiner Wahlschlappe vom Wochenende will Argentiniens Präsident Mauricio Macri wegen der schweren Wirtschaftskrise die Sozialausgaben erhöhen und Einkommensteuern senken. "Ich weiß, dass viele Familien die Ausgaben so stark reduziert haben, dass sie nicht mehr wissen, wo sie noch kürzen sollen", erklärte Macri am Mittwoch in einem vorab aufgezeichneten Video. Außerdem sollen die Benzinpreise für 90 Tage eingefroren werden. Argentinien steckt in einer Rezession, die mit einer Inflationsrate von 55 Prozent einhergeht.

"Ich habe verstanden, was sie mir am Sonntag sagen wollten", sagte Macri. Die neuen Maßnahmen würden Entlastungen für 17 Millionen Arbeiter und ihre Familien bedeuten. So sollen Privatangestellte eine Extrazahlung von 2.000 Pesos (33 Euro) erhalten, für Beamte, Polizisten und Soldaten gibt es 5.000 Pesos (82 Euro).

Nur 32 Prozent für Macri

Bei den Vorwahlen am Sonntag hatte Macri eine schwere Niederlage hinnehmen müssen. Oppositionskandidat Alberto Fernández erhielt 47,6 Prozent der Stimmen, Macri kam lediglich auf 32 Prozent. Die Vorwahlen gelten als wichtiger Stimmungstest für die Präsidentenwahl im Oktober.

Nach der Wahl waren die Aktienmärkte und der Peso eingebrochen. Viele Anleger befürchteten offenbar einen Wahlsieg von Fernández und dessen Vizekandidatin, Ex-Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner. Die ehemalige Staatschefin steht für eine protektionistische Wirtschaftspolitik und ist in eine Reihe von Korruptionsskandalen verwickelt.

Angesichts der hohen Inflation und der starken Abwertung des Peso in den vergangenen Jahren hatten sich allerdings zuletzt viele Wähler von Macri und seinem liberalen Wirtschaftskurs abgewandt. (red, Reuters, APA, 14.8.2019)