Die Stimmung bei den Mediamarkt-Eigentümer bessert sich.

Foto: REUTERS/Yves Herman

Bei Europas größter Elektronikhandelskette MediaMarktSaturn gehen die über Jahre zerstrittenen Eigner weiter aufeinander zu. Alle die MediaMarktSaturn-Holding betreffenden Gerichtsverfahren seien ruhend gestellt worden, sagte ein Insider aus dem Umfeld der Investmentgesellschaft Convergenta, hinter der die Media-Saturn-Gründerfamilie Kellerhals steckt, am Freitag. Zudem tauschten sich Convergenta und der Handelskonzern Ceconomy als MediaMarkt-Hauptaktionär nun in strategischen Fragen aus.

Anteile

Convergenta ist mit rund 21 Prozent an der Elektronikhandelskette beteiligt. Die übrigen Anteile liegen bei Ceconomy. Die Düsseldorfer Holding ist aus dem Düsseldorfer Metro-Konzern hervorgegangen, der sich 2017 vom Elektronikhandel verabschiedet hatte. In der Vergangenheit hatte es immer wieder heftigen Streit zwischen der Gründerfamilie und dem Mehrheitseigner gegeben.

Vor allem dem Metro-Management waren die umfassenden Veto-Rechte der Familie Kellerhals bei Media Markt und Saturn ein Dorn im Auge. Zahlreiche gerichtliche Auseinandersetzungen waren die Folge – aber auch um strategische Fragen, Bilanzen und Personalien hatte es immer wieder heftigen Streit gegeben. Analysten hatten kritisiert, die Zwistigkeiten bremsten die Entwicklung des Elektronikhändlers, der im erbitterten Wettbewerb unter anderem mit Online-Riesen wie Amazon steht.

Klima verbessert

Im vergangenen März hatte mit Jörn Werner ein neuer Chef ohne Metro-Hintergrund das Ruder bei Ceconomy übernommen. Das Klima zwischen beiden Seiten habe sich merklich verbessert, sagten mehrere Insider. Ralph Becker, Geschäftsführer der Convergenta, hatte erst im Juni erklärt, beide Seiten agierten nun "auf Augenhöhe".

Eine Ceconomy-Sprecherin wollte sich nicht zu den Aussagen des Insiders äußern, verwies aber auf frühere Erklärungen Werners. Er führe sehr konstruktive Gespräche mit Vertretern der Familie Kellerhals, hatte dieser jüngst bei der Vorlage der Quartalszahlen gesagt: "Schritt für Schritt versuchen wir, Probleme der Vergangenheit zu lösen und so diese Vergangenheit hinter uns zu lassen." (Reuters, 23.8.2019)