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Hongkong – Die Polizei in Hongkong ist am Sonntag erstmals mit Wasserwerfern gegen Demonstranten vorgegangen. Medien berichteten außerdem von einem Schuss, den ein Polizist abgefeuert haben soll. Ein uniformierter Polizist habe "meinem Verständnis nach" in Tsuen Wan einen Warnschuss abgegeben, soll ein Polizeibeamter zu Journalisten gesagt haben.

Bei einer Kundgebung mit zehntausenden Teilnehmern setzten die Sicherheitskräfte auch wieder Tränengas ein. Zuvor hatten am Sonntag einige Demonstranten Pflastersteine und auch Molotowcocktails geworfen. Insgesamt seien am Wochenende 65 Menschen festgenommen worden, teilten die Polizei mit. Der jüngste Festgenommene war demnach zwölf Jahre alt. Der Großteil der Demonstranten blieb im strömenden Regen aber bis zum Abend friedlich.

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Die Polizei hatte angedroht, die Versammlungen in der Nähe des Containerhafens aufzulösen, und forderte die Menschen auf, nach Hause zu gehen. Hunderte blieben am Abend aber auf der Straße und diskutierten über die nächsten Protestaktionen gegen den starken Einfluss Chinas auf die ehemalige britische Kronkolonie.

Protestwelle gegen China

Schon am Samstag hatte die Polizei Tränengas eingesetzt, um die Versammlung aufzulösen. Die Wasserwerfer wurden allerdings zum ersten Mal im Zuge der Protestwelle gegen Pekings Einfluss eingesetzt.

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In Hongkong demonstrieren seit Wochen hunderttausende Menschen. Sie befürchten eine Einschränkung ihrer Rechte durch China und werfen Regierungschefin Carrie Lam eine zu große Nähe zur kommunistischen Regierung in Peking vor. Die frühere britische Kronkolonie ist seit 1997 chinesische Sonderverwaltungszone, deren Einwohner größere persönliche Freiheiten genießen als jene der Volksrepublik. (red, APA, 26.8.2019)

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