Allein auf dem Gelände der University of Hong Kong (CUHK) protestierten tausende Studenten.

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In Hongkong hat es am Montag erneut Massenkundgebungen gegen die Regierung gegeben, die vor allem von Studenten und Schülern getragen wurden. Schwarzgekleidete Demonstranten blockierten zudem im morgendlichen Berufsverkehr die Türen zahlreicher U-Bahnen und hielten sie so von der Weiterfahrt ab. Tausende Studenten boykottierten Lehrveranstaltungen, Schüler bildeten Menschenketten.

Am Rande der friedlicher Studenten- und Schülerproteste ist es zu kleineren Auseinandersetzungen gekommen. Nach Einbruch der Dunkelheit gab es am Montagabend (Ortszeit) mehrere Rangeleien. Im dicht besiedelten Stadtteil Mongkok setzte die Polizei Tränengas ein. Tausende hatten sich zuvor auf dem Campus der Chinesischen Universität von Hongkong versammelt.

Hongkongs für Sicherheit zuständiger Minister John Lee Ka-chiu sagte, die chinesische Sonderverwaltungszone sei "nahezu außer Kontrolle". Der Studentenstreik begann am ersten Tag nach den Hochschulferien. Sie glauben nicht, dass sie etwas verpassen, sagen die streikenden Studenten. Der Streik sei "auch eine Form des Lernens". Die Jugendlichen seien "die Zukunft der Stadt", die Schüler müssten "Verantwortung übernehmen", um die Stadt zu "retten".

Nach dem Ende der Ferien in Hongkong boykottierten am Montag tausende Schüler und Studenten den Unterricht.
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Aufruf zum Generalstreik wurde kaum beachtet

Wegen des Blockierens der U-Bahn-Türen gab es erhebliche Verspätungen. Das Hongkonger U-Bahn-Netz wird täglich von Millionen Fahrgästen genutzt. An den Schulen bildeten Schüler unterdessen lange Menschenketten. Einige trugen Gasmasken, Helme und Schutzbrillen, mit denen sich die Hongkonger Demokratie-Aktivisten vor dem Tränengas der Polizei schützen. Ein Aufruf zum Generalstreik wurde dagegen kaum beachtet.

In Hongkong gibt es seit drei Monaten Massenproteste für mehr Demokratie und gegen eine wachsende Einflussnahme Pekings. Die Demonstranten fürchten eine zunehmende Beschneidung ihrer im Vergleich zu Festland-China größeren bürgerlichen Freiheiten.

Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten prägten das Wochenende

Die neuen Protestaktionen am Montag folgten auf ein von schweren Zusammenstößen geprägtes Wochenende. Am Samstag war eine Kundgebung eskaliert, als einige Demonstranten auf einer Hauptverkehrsstraße nahe dem Hongkonger Polizeihauptquartier eine Barrikade in Brand setzten. Die Polizei setzte Tränengas, Schlagstöcke und Wasserwerfer mit blauer Farbe gegen die Demonstranten ein. Am Sonntag belagerten Aktivisten erneut den Hongkonger Flughafen und blockierten mehrere Zufahrtswege, mindestens ein Dutzend Flüge wurden gestrichen.

Die Hongkonger Fluggesellschaft Cathay Pacific warnte ihre Mitarbeiter davor, dem Aufruf zum Generalstreik zu folgen. Ein Generalstreik am 5. August, bei dem das Leben in der ansonsten emsigen Metropole nahezu zum Stillstand gekommen war, war von der Gewerkschaft der Flugbegleiter unterstützt worden. Cathay Pacific hat seither mindestens vier Mitarbeitern gekündigt, die die Protestbewegung unterstützten.

Das Sicherheitspersonal am Flughafen versuchte am Sonntag jene Barrikaden zu sichern, die die Demonstranten am Betreten des Flughafens hindern sollen.
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Bei den schweren Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizeikräften wurden nach Polizeiangaben zwischen Freitag und Sonntag insgesamt 159 Personen festgenommen, darunter ein 13-Jähriger mit zwei Brandsätzen. Es seien mehr als 80 Molotowcocktails geworfen worden. "Die gegenwärtigen Demonstrationen in Hongkong haben komplett den Rahmen der Freiheit, sich zu versammeln und zu protestieren, verlassen und sich zu extremer Gewalt entwickelt", sagte Außenamtssprecher Geng Shuang vor der Presse in Peking.

Protestbewegung befürchtet steigenden Einfluss der chinesischen Regierung

"Ich rufe die Allgemeinheit auf, Gewalt abzulehnen", sagte Hongkongs Sicherheitsminister John Lee Ka-chiu. Die Gesellschaft müsse "intakt" gehalten, die "Herrschaft des Rechts" gewährleistet werden.

Als die Proteste in Hongkong Anfang Juni einsetzten, richteten sie sich zunächst vor allem gegen eine Gesetzesvorlage, nach der Auslieferungen von Hongkong an Festland-China ermöglicht werden sollten. Inzwischen haben sich allgemeine Forderungen nach demokratischen Reformen und nach einem Rücktritt von Regierungschefin Carrie Lam hinzugesellt. Seit Juni wurden mehr als 900 Teilnehmer der Proteste festgenommen. (APA, 2.9.2019)