Die EZB hatte auf ihrer Zinssitzung im Juli bereits die Weichen für eine erneute Lockerung ihrer Geldpolitik gestellt

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Frankfurt – Die Währungshüter der Europäischen Zentralbank (EZB) neigen Insidern zufolge, auf der bevorstehenden Zinssitzung ein umfassendes Maßnahmenbündel zu beschließen. Grund dafür seien die gestiegen Konjunktursorgen. Zwar seien die Diskussionen noch im Fluss und aktuell noch nichts entschieden. Aber eine Senkung des Einlagensatzes begleitet von Erleichterungen für Banken sowie eine erneute Änderung des Ausblicks seien wahrscheinlich Teil des Pakets, sagten fünf mit den Überlegungen vertraute Personen.

Viele Euro-Wächter würden auch eine Wiederauflage der Anleihenkäufe unterstützen. Aber es gebe Widerstand von wichtigen Ländern aus dem Norden der Euro-Zone, was die Beratungen erschwere. Die EZB lehnte eine Stellungnahme zu den Informationen ab. Die nächste Zinssitzung der Euro-Wächter findet am 12. September in Frankfurt statt.

Handelsstreit bremst Wachstum

"Die Lage hat sich klar verschlechtert", sagte einer der Insider. Ganz offensichtlich sei – anders als noch vor Monaten erhofft – die konjunkturelle Erholung ausgeblieben. Besonders der sich zuspitzende US-Handelskonflikt, der die Weltwirtschaft und das Wachstum in der Euro-Zone zunehmend bremst, und die gestiegenen Unsicherheiten wegen des nahenden Brexit-Termins treiben die Währungshüter um.

Die EZB hatte auf ihrer Zinssitzung im Juli bereits die Weichen für eine erneute Lockerung ihrer Geldpolitik gestellt. Sie verständigte sich darauf, eine Vielzahl von Maßnahmen zu prüfen – darunter Zinssenkungen und erneute Anleihenkäufe, mit denen Geld in die Wirtschaft gepumpt werden könnte. (Reuters, 3.9.2019)