Wer sich ein Auto mit hohem CO2-Ausstoß kauft, soll auch mehr dafür zahlen, meint der deutsche Verkehrsminister Olaf Scholz von der SPD.

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Berlin – Der deutsche Finanzminister Olaf Scholz (SPD) will Fahrer großer Geländewagen stärker zur Kassa bitten. "Wenn fabrikneue Autos mit hohem CO2-Ausstoß verkauft werden, muss sich das auch bei der Kfz-Steuer deutlich niederschlagen", sagte Scholz der "Süddeutschen Zeitung" vom Freitag.

Die Deutschen müssten sich beim Klimaschutz auf "spürbare Auswirkungen" einstellen, so Scholz. "Mit dem Klein-Klein kann es nicht weitergehen." Es werde keine Lösung geben, "von der niemand etwas merkt". Soziale Probleme erwartet der Minister dadurch nicht – es solle sichergestellt werden, dass alle Bürger mit den Belastungen zurechtkämen. "Vor allem die, die nicht so viel verdienen, dürfen nicht denken, dass die Klimawende sie wirtschaftlich vor unlösbare Probleme stellt." Zudem wünscht sich Scholz, der sich auch um den Parteivorsitz bewirbt, strengere Standards für Gebäudeheizungen.

Elektroautos fördern

Im Gegenzug zu Mehrbelastungen für SUVs will der Minister demnach kleinere Elektroautos stärker fördern. So soll es einen höheren staatlichen Zuschuss für Fahrzeuge mit einem Listenpreis von bis zu 30.000 Euro geben. Die Zahl der Ladesäulen soll bis 2030 statt auf 300.000 auf "eher eine Million" steigen.

Angesichts der deutschen Debatte über einen CO2-Preis sagte Scholz, dieser solle zwar so gestaltet werden, "dass nicht jeder sofort reagieren muss". Alle müssten aber wissen, "dass es teurer wird, je länger man wartet". (APA, red, 6.9.2019)