Juan Guaidó soll angestrebt haben, Venezuelas Anspruch auf Teile Guyanas aufzugeben.

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Caracas – Venezuelas Generalstaatsanwalt hat ein Verfahren gegen Oppositionsführer Juan Guaidó wegen "Hochverrats" angekündigt. Grund seien Pläne Guaidós, Venezuelas "historischen Anspruch" auf das Gebiet Esequibo aufzugeben, sagte Tarek William Saab am Freitag im Fernsehen. Dies komme dem Verbrechen des Hochverrats gleich, fügte der Generalstaatsanwalt hinzu, der Machthaber Nicolás Maduro nahesteht.

Venezuela beansprucht das rohstoffreiche Gebiet von Esequibo, das rund zwei Drittel des Territoriums von Guyana ausmacht, für sich, ebenso wie das Meeresgebiet vor Esequibos Küste. Der Grenzverlauf wurde 1899 von einem Schiedsgericht festgelegt, wird aber von Caracas nicht anerkannt. Der Konflikt nahm 2015 neue Fahrt auf, nachdem in dem Meeresgebiet größere Ölvorkommen entdeckt worden waren.

Maduro forderte Ermittlungen

Nach Angaben der Regierung wurde das Guaidó-Lager von US-Seite gedrängt, den Anspruch Venezuelas auf Esequibo aufzugeben und an multinationale Konzerne wie etwa ExxonMobil "auszuliefern". Staatschef Maduro hatte daraufhin die Justiz aufgefordert, Ermittlungen gegen Guaidó einzuleiten.

Der vom Westen unterstützte Guaidó und der linksnationalistische Staatschef Maduro ringen seit Monaten in Venezuela um die Macht. Parlamentspräsident Guaidó hatte sich im Jänner zum Übergangspräsidenten erklärt und wird von rund 50 Staaten anerkannt.

Seitdem laufen bereits eine Reihe von Verfahren gegen ihn, darunter wegen Amtsanmaßung. Im April wurde ihm die Immunität entzogen, doch entging er bisher einer Festnahme. Washington warnt Maduro vor einer Verhaftung des Oppositionsführers. (APA, AFP, 6.9.2019)