British Airways bezeichnete die Streikankündigung als "nicht zu rechtfertigen". Ein dritter Streiktag ist für den 27. September geplant.

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London – Bei British Airways (BA) führt der erste Pilotenstreik in der Geschichte des Unternehmens zum Ausfall praktisch aller Flüge. Fast 100 Prozent der Verbindungen seien gestrichen worden, teilte die Fluggesellschaft am Montag mit. Mit dem für 48 Stunden geplanten Ausstand will die britische Pilotengewerkschaft (Balpa) eine größere Beteiligung ihrer Mitglieder an den Gewinnen durchsetzen. Von den Streiks sind zehntausende Passagiere betroffen.

Laut Website des Wiener Flughafens fallen alle Flüge der British Airways von und nach Wien aus: "Am Montag (9.9.2019) und Dienstag (10.9.2019) finden Streikmaßnahmen bei British Airways statt. Die an diesen Tagen von und nach Wien geplanten Flüge der Airline werden daher ausfallen. Wir empfehlen allen Passagieren, sich bezüglich ihrer gebuchten Flüge mit der Fluglinie in Verbindung zu setzen (britishairways.com). Informationen zu Ankünften und Abflügen finden Sie auch unter viennaairport.com/abfluege."

Airline sieht Streik als ungerechtfertigt

BA bezeichnete das eigene Angebot im Tarifstreit als fair und den Streik als ungerechtfertigt. Eine Sprecherin des britischen Premiers Boris Johnson forderte beide Seiten dringend auf, den Konflikt zu beenden. Ein dritter Streiktag ist bereits für den 27. September vorgesehen. Unterdessen sprach sich der BA-Geschäftsführer Alx Cruz in einem Interview mit BBC dafür aus, den Streit "so schnell wie möglich beiseite legen zu wollen".

British Airways hatte am Donnerstagabend in letzter Minute ein Angebot von Balpa zurückgewiesen, da die Gewerkschaftsforderungen das Unternehmen nach eigenen Angaben 50 Millionen Pfund (rund 55 Millionen Euro) kosten würden. Gespräche über die Forderung hätten den Streik abwenden können, erklärten Arbeitnehmervertreter.

Gewerkschaft zeigt sich gesprächsbereit

"Es ist Zeit, an den Verhandlungstisch zurückzukehren und ein ernsthaftes Angebot vorzulegen, das diesen Streit beenden kann", sagte Gewerkschaftsvertreter Brian Strutton am Vorabend des Ausstands. Eine BA-Sprecherin erklärte, die Fluggesellschaft sei weiter zu Gesprächen bereit.

Der Ausstand dürfte BA mehr kosten als die Investitionen, die zur Beilegung des Tarifstreits nötig gewesen wären, sagte Strutton. Während des Streiks muss BA die Passagiere für ausgefallene Flüge entschädigen oder ihnen Ersatzverbindungen anbieten.

850 Flüge pro Tag

British Airways bietet täglich etwa 850 Flüge an, von denen die meisten ausfallen sollen. Kunden seien Erstattungen oder Umbuchungen angeboten worden. "British Airways muss aufwachen", sagte Strutton. Nach Angaben der Pilotengewerkschaft kostet ein Streiktag 40 Millionen Pfund (44,6 Millionen Euro). BA hatte den Piloten im Juli eine Gehaltserhöhung von 11,5 Prozent über drei Jahre angeboten. Das wurde jedoch zurückgewiesen. (Reuters, red, 9.9.2019)