Apple und Foxconn geben zu, rund 50 Prozent Leiharbeiter beschäftigt zu haben. Erlaubt sind maximal zehn Prozent der Gesamtbelegschaft.

Foto: Reuters/BRIAN SNYDER

Shanghai – Apple und sein Produktionspartner Foxconn haben am Montag eingestanden, in China zu viele Leiharbeiter zu beschäftigen. Die Verlautbarung kommt als Reaktion auf einen Bericht der Non-Profit-Organisation China Labour Watch, die den beiden Unternehmen Verstöße gegen chinesisches Arbeitsrecht vorwirft.

Der US-Technologiekonzern Apple ist abhängig von seinem Produktionspartner Foxconn und dessen Produktionsanlagen in China. Dazu zählt unter anderem die weltweit größte iPhone-Fabrik in der chinesischen Stadt Zhengzhou. Laut chinesischem Arbeitsrecht darf der Einsatz von Leiharbeitern zehn Prozent der gesamten Arbeitskraft eines Unternehmens nicht überschreiten.

50 Prozent Leiharbeiter laut NPO-Bericht

In einer Veröffentlichung erklärte Apple, man sei der Frage, wie viele Leiharbeiter in China eingesetzt werden, nachgegangen und zu dem Schluss gekommen, dass "die eigenen Standards überschritten" wurden. Genauere Angaben blieben aus. Man arbeite mit Foxconn zusammen, um das Thema "sofort zu lösen". Laut dem Bericht von China Labour Work waren im August ungefähr 50 Prozent der Arbeiter in der Foxconn-Produktionsanlage in Zhengzhou Leiharbeiter.

China Labour Watch schreibt in seinem Bericht außerdem, dass Praktikanten in Foxconn Produktionsstätten zu Überstunden und Nachtschichten gezwungen wurden. Dazu sagte Apple "diese Thema wurde korrigiert", erklärte aber die Praktikanten hätten freiwillig Überstunden geleistet und seien angemessen entschädigt worden.

Zu den arbeitsrechtlichen Vorwürfen muss sich Apple derzeit auch mit den wirtschaftlichen Spannungen zwischen den USA und China und dem damit einhergehenden Hickhack um Importzölle auseinandersetzen. Berichte japanischer Medien, wonach Apple plant, Teile seiner Produktion aus China abzuziehen, um US-Zölle zu vermeiden, dementierte CEO Tim Cook. (Reuters, red 9.9.2019)