Dieser Herr schießt sehr viele Tore.

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Cristiano Ronaldo blieb nach seiner Rekordshow von Vilnius bescheiden. "Mir geht es nicht um persönliche Ehrungen, auch wenn sie schön sind. Aber sie sind immer eine Folge dessen, was wir gemeinsam als Team gewinnen", sagte der Star von Juventus Turin über den zweiten Viererpack seiner Karriere beim 5:1 von Portugal in Litauen.

Mit seinen Treffern 22, 23, 24 und 25 avancierte der 34-Jährige am Dienstagabend zum neuen Rekordtorschützen in der EM-Qualifikation vor dem Iren Robbie Keane (23) und jagt nun mit 93 Länderspieltoren den Weltrekord des Iraners Ali Daei (109). "Es gibt kein Stadion auf der Welt, in dem man Ronaldo nicht applaudiert. Er ist der Beste der Welt. Das hat er wieder bewiesen", schwärmte Portugals Trainer Fernando Santos.

Ronaldo, Ronaldo, Ronaldo, Ronaldo

Ronaldo traf zunächst per Foulelfmeter (7.), dann legte er in der zweiten Halbzeit innerhalb von nur 14 Minuten (62., 65., 76.) einen lupenreinen Hattrick nach. "Ich genieße diesen Moment natürlich. Aber nicht nur, weil ich die Tore geschossen habe. Sondern auch, weil ich das Niveau sehe, auf dem wir seit einigen Jahren spielen", sagte Ronaldo. Mit acht Punkten aus vier Spielen ist der schwach gestartete Titelverteidiger und Nations-League-Gewinner als Tabellenzweiter der Gruppe B hinter der Ukraine (13/5) wieder auf Kurs Richtung EM 2020.

Ronaldos Auftritt in Litauen war auch eine Botschaft an alle Zweifler, die aufgrund seines fortgeschrittenen Alters seinen Sturz vom Fußball-Olymp erwarten. "Die Leute denken, dass es mit dem Toreschießen bald vorbei ist. Aber sie müssen vorsichtig sein, denn er hört niemals damit auf", sagte Santos. "Ich fände es ungewöhnlich, wenn er nicht trifft." Portugals Trainer kennt den Ausnahmefußballer, dem 2016 beim 6:0 gegen Andorra erstmals vier Tore gelangen und der in seinen bisher 160 Länderspielen zudem sieben Dreier- und 14 Doppelpacks schnürte, schon seit dessen ersten Schritten bei Sporting Lissabon.

Sterling ziemlich gut

Englands Spieler des Spiels beim 5:3-Torspektakel gegen Kosovo war Raheem Sterling. Der Angreifer von Manchester City legte Tore von Jadon Sancho (2) und Harry Kane auf, nachdem er selbst zum zwischenzeitlichen 1:1 getroffen hatte. "Nicht aufzuhalten" sei Sterling, hielt Trainer Gareth Southgate nach dessen Gala fest. Der 24-Jährige hält nun bei sechs Toren in vier EM-Quali-Spielen. Kane hat ebenfalls bereits viermal getroffen. Es ist schwer vorstellbar, dass Sterling in seinen ersten 45 Spielen im England-Trikot nur zweimal angeschrieben hat. Erst im vergangenen Jahr gelang ihm nach langer Durststrecke gegen Spanien ein Treffer. Seither spielt der Flügelstürmer auch international auf hohem Niveau.

Mit dem Heimsieg in Southampton setzte sich England mit vier Siegen aus vier Spielen an die Gruppenspitze. Ein wenig übertüncht wurde jedoch, dass sich die Hintermannschaft anfällig zeigte. So verhalf ein krasser Fehler von Innenverteidiger Michael Keane dem ehemaligen Salzburger Valon Berisha nach 35 Sekunden zur schnellen Führung des Außenseiters. Auch den übrigen Toren der Kosovaren gingen Fehler der Engländer voraus. Southgate war nicht amüsiert: "Wir haben es uns selbst schwer gemacht. Das waren so einfache Fehler. Wir müssen daraus lernen", sagte der ehemalige Teamverteidiger. (APA, 11.9.2019)