Rafael Reif, Präsident des renommierten Massachusetts Institute of Technology, hat nun eingeräumt, ein Dankesschreiben an den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein unterzeichnet zu haben.

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New York / Washington – Der Präsident des renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT) hat eine finanzielle Unterstützung der Universität durch den als Sexualstraftäter verurteilten US-Multimillionär Jeffrey Epstein eingeräumt, der Anfang August in Untersuchungshaft gestorben ist. Rafael Reif teilte am Donnerstag auf der Website der Elite-Universität mit, er sei von Anwälten, die die Verbindungen zwischen dem MIT und Epstein untersuchten, darauf hingewiesen worden, dass er ein Dankesschreiben an Epstein unterschrieben habe.

Er könne sich zwar nicht konkret daran erinnern, das tatsächlich getan zu haben, so Reif – aber das Papier trage seine Unterschrift. Das Dankesschreiben hatte für Aufregung gesorgt, weil es aus dem Jahr 2012 stammt – das war vier Jahre, nachdem Epstein erstmals wegen Sexualstraftaten im Zusammenhang mit Minderjährigen verurteilt wurde.

Die Universität habe in 20 Jahren rund 800.000 Dollar von Epstein erhalten und damit unwissentlich von seinen "horrenden" Taten abgelenkt, erklärte MIT-Präsident Reif "voller Scham und Schmerz": "Keine Entschuldigung kann das wiedergutmachen." Mehrere Angestellte der MIT-Verwaltung hätten außerdem von Spenden gewusst, die Epstein der Universität zwischen 2013 und 2017 habe zukommen lassen, erklärte Reif in einem Brief.

Chef des MIT Media Lab zurückgetreten

Am Wochenende trat der Leiter des MIT Media Lab, Joichi Ito, von all seinen Ämtern zurück, weil er im Namen des MIT Spenden in Höhe von 250.000 Dollar für das Media Lab und weitere 1,2 Millionen für einen Start-up-Investmentfond von Epstein angenommen hatte. Bereits im August hatte sich Ito in öffentlich für seine Kontakte zu Epstein entschuldigt. Er habe diesen mehrmals privat besucht, ohne aber etwas von den "schrecklichen Taten" bemerkt zu haben.

Der zurückgetretene Chef des MIT Media Lab, Joichi Ito, entschuldigte sich für seine Kontakte zu Epstein.
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Der Investmentbanker Epstein war 2008 wegen der Prostitution junger Frauen zu 13 Monaten Gefängnis verurteilt worden und wurde seither als Sexualverbrecher geführt. Er soll jahrelang minderjährige Mädchen sexuell missbraucht und zur Prostitution angestiftet haben. Er ist am 10. August in Haft verstorben. (APA, red 13.9.2019)